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"Auszeichnung" für gute Tests? Trump redet hohe Corona-Fallzahl herunter

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US-Präsident Trump: "Ich betrachte es in gewisser Hinsicht als gute Sache, weil es bedeutet, dass unsere Tests viel besser sind."

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den mit Abstand meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen. Für Präsident Trump ist das aber kein Makel, im Gegenteil. Trump sieht darin eher eine Bestätigung für gute Tests.

US-Präsident Donald Trump kann der Vielzahl an nachgewiesenen Corona-Infektionen in den USA - mehr als 1,5 Millionen - etwas Positives abgewinnen. Er betrachte es nicht als "schlechte Sache", dass es so viele nachgewiesene Infektionen im Land gibt. "Ich betrachte es in gewisser Hinsicht als gute Sache, weil es bedeutet, dass unsere Tests viel besser sind", sagte Trump im Weißen Haus. "Ich betrachte es als Auszeichnung, wirklich, es ist eine Auszeichnung." Wenn man wie in den USA fast 14 Millionen Menschen teste, finde man auch mehr Fälle, sagte er.

Trump stellt immer wieder heraus, dass in den USA viel mehr getestet wird als in anderen Ländern. Fast jede dritte der fast 4,9 Millionen bestätigten Infektionen weltweit entfällt auf die USA, wo rund 330 Millionen Einwohner leben. In keinem anderen Land gibt es mehr nachgewiesene Infektionen.

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Mit einem Niveau von zuletzt 32,3 Coronavirus-Tests je 1000 Einwohner liegen die USA rein rechnerisch weiter hinter den Test-Anstrengungen anderer Länder zurück. Zum Vergleich: Deutschland kommt mit gut 3,1 Millionen durchgeführten Test-Einheiten auf 37,6 Tests je 1000 Einwohner. Die Testquoten der einzelnen Länder lassen sich allerdings aufgrund verschiedener Einschränkungen, wie etwa unterschiedlicher Zählweisen, nur begrenzt vergleichen.

Trump verteidigte darüber hinaus seine Einnahme von Hydroxychloroquin zur Vorbeugung gegen Covid-19. Das Mittel biete einen zusätzlichen Schutz, sagte Trump, ohne Belege zu liefern. "Die Menschen werden sich selbst entscheiden müssen." Eine Wirksamkeit der Anti-Malaria-Arznei gegen Sars-CoV-2 ist EU-Experten zufolge nicht nachgewiesen, gegenwärtig laufen mehrere Studien. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hat vor schweren Nebenwirkungen beim Einsatz von Hydroxychloroquin bei Covid-19-Patienten gewarnt.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts