Politik

New York erhält Impfstoff später Trump schließt Lockdown für USA aus

Die Corona-Infektionen in den USA steigen in schwindelerregende Höhen, doch der amtierende US-Präsident schließt einen Lockdown kategorisch aus. Bei der Frage, wer die Wahl gewonnen hat, bleibt Trump schwammig. Aber bei der Impfstoffverteilung ist er ganz klar: New York soll sich gedulden.

US-Präsident Donald Trump hat sich bei seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit Verkündung seiner Wahlniederlage nur schwammig zum Wahlausgang geäußert. Trump sprach im Rosengarten des Weißen Hauses über die Corona-Pandemie und sagte in einem Nebensatz, "die Zukunft" werde zeigen, wer das Land künftig regieren werde.

"Idealerweise werden wir nicht in einen Lockdown gehen", sagte Trump angesichts rapide ansteigender Corona-Fallzahlen in den USA. "Diese Regierung wird nicht in einen Lockdown gehen. Hoffentlich - was auch immer in der Zukunft passiert, wer weiß, welche Regierung es sein wird, ich denke, das wird die Zukunft zeigen - aber ich kann Ihnen sagen: Diese Regierung wird nicht in einen Lockdown gehen."

Weder nahm er damit - wie zuvor - einen Wahlsieg für sich in Anspruch, noch räumte er seine Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden ein. Trump weigert sich bislang, seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November anzuerkennen.

US-Medien: Biden gewinnt Georgia

Die großen US-Sender hatten Biden schon am Samstag zum Wahlsieger erklärt. Am Abend riefen die Sender CNN und ABC den früheren Vizepräsidenten auch zum Gewinner im umkämpften Bundesstaat Georgia aus. Damit kommt Biden auf 306 Wahlleute, für einen Wahlsieg braucht er 270.

Trump spricht ohne Belege von angeblichem Wahlbetrug und wirft den Demokraten vor, ihm die Wahl "stehlen" zu wollen. Nun äußerte er sich erstmals seit Verkündung des Wahlausgangs vor der Presse. Journalistenfragen beantwortete Trump bei seinem Auftritt, in dem er den Kampf seiner Regierung gegen das Coronavirus anpries, nicht.

Impfungen bereits im Dezember, New York muss warten

Mit Blick auf erwartete Notfallzulassungen für neu entwickelte Coronavirus-Impfstoffe will die US-Regierung bereits im Dezember rund 20 Millionen Menschen impfen. Im Januar und den Folgemonaten sollten dann jeweils etwa 25 bis 30 Millionen geimpft werden, sagte der für das Impfprogramm der Regierung zuständige Vertreter, Moncef Slaoui, im Rosengarten des Weißen Hauses. Sobald weitere Impfstoffe zugelassen seien, könne die Zahl noch deutlich erhöht werden, sagte Slaoui bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump.

Slaoui zufolge könnten zwei Impfstoffe schon in wenigen Wochen eine Notfallzulassung der Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA bekommen. Er verwies dabei auf die vielversprechenden Ergebnisse des vom US-Pharmakonzern Pfizer und dem deutschen Unternehmen Biontech entwickelten Impfstoffs.

Allerdings könnte der US-Bundesstaat New York bei der Verteilung zunächst leer ausgehen. Der Impfstoff solle zunächst nicht in den Bundesstaat New York geliefert werden, sagte Trump bei der Pressekonferenz. Der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo traue der Regierung in Washington nicht und wolle das Mittel separat prüfen. "Wir werden es also erst nach New York liefern, wenn wir die Genehmigung dazu haben", sagte Trump. Der amtierende US-Präsident kritisierte Cuomo damit indirekt für seine Ankündigung vor einigen Wochen, einen zugelassenen Impfstoff von eigenen Experten auf seine Sicherheit prüfen zu lassen. Cuomo hatte dies mit Bedenken dazu begründet, dass Trump ein Mittel für politische Zwecke nutzen und vorzeitig an die Bevölkerung verteilen könnte.

Quelle: ntv.de, mau/AFP