Politik

Mit Genitalien bedrängt Trump soll weitere Frauen belästigt haben

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Summer Zervos entschloss sich, ihre Geschichte öffentlich zu machen, als Trump bestritt, Frauen belästigt zu haben.

(Foto: REUTERS)

Nach und nach erklären weitere Frauen, von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump sexuell belästigt worden zu sein. Eine Teilnehmerin von Trumps Reality-Show schildert, wie der Milliardär seine Position auszunutzen versucht habe.

Zwei weitere Frauen haben dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sexuelle Belästigung vorgeworfen. "Er begann mich aggressiv zu küssen und legte seine Hand auf meine Brust", berichtete Summer Zervos bei einer Pressekonferenz in Los Angeles. Zervos hatte an Trumps Realityshow "The Apprentice" teilgenommen. Nachdem sie "gefeuert" worden war, war sie mit Trump in Kontakt geblieben und hatte 2007 den Milliardär in einem Hotel in Beverly Hills getroffen.

Sie habe über einen Job reden wollen, doch sei sie bei ihrer Ankunft in einen Bungalow geführt worden, wo Trump sie geküsst und begrapscht habe. "Er umarmte mich und ich versuchte, ihn wegzudrängen. Ich drückte gegen seine Brust, um Raum zwischen uns zu bringen und sagte 'Hey Mann, komm runter'." Er aber habe sie mit seinen Genitalien bedrängt. Zervos sagte, sie habe sich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem Trump bestritten hatte, jemals Frauen belästigt zu haben.

"Lügen, Lügen, Lügen"

Zuvor hatte die "Washington Post" ein Video veröffentlicht, auf dem Trump angibt, sich bei Frauen alles erlauben zu können, weil er ein Star sei. Am Freitag berichtete in der Zeitung zudem das frühere Model Kristin Anderson, dass Trump in den frühen 90er Jahren in einem Nachtclub ihr unter den Rock gegriffen und zwischen die Beine gefasst habe.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina machte Trump sich über eine Frau lustig, die Missbrauchsvorwürfen gegen ihn erhebt, und präsentierte sich als Opfer einer Medienkampagne. Als "Lügen, Lügen, Lügen" bezeichnete Trump bei der Wahlkampfveranstaltung in Greensboro in North Carolina die Vorwürfe. "Die korrupten Medien tun alles in ihrer Macht Stehende, um unsere Bewegung zu stoppen", sagte er.

Trump will gegen "New York Times" klagen

Mehrere US-Medien hatten zuvor bereits über Frauen berichtet, die Trump unabhängig voneinander beschuldigen, sie gegen ihren Willen geküsst und begrapscht zu haben. Trump bezeichnete die Berichte als "Verleumdungen und Schmähungen", hinter denen das Wahlkampfteam seiner Rivalin Hillary Clinton stecke. Gegen die "New York Times", die die Berichte veröffentlichte, kündigte Trump eine Klage an. Eine ganze Reihe prominenter Republikaner distanzierten sich aber von ihm.

Die Vorwürfe haben Trump in den Umfragen deutlich absacken lassen, nachdem ihm zuvor alle Skandale und Kontroversen nicht viel anhaben konnten. Einer Reuters-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zufolge kommt Clinton auf 44 Prozent und liegt sieben Punkte vor Trump. Für den Milliardär sprachen sich 37 Prozent aus.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP