Politik

Lage im Norden Syriens eskaliert Türkei droht mit Militäreinsatz

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Türkisches Militär.

(Foto: REUTERS)

Mit der Türkei könnte der erste Nato-Staat mit Waffengewalt in Syrien eingreifen. Nicht auf Seiten des Regimes oder der Oppositionellen: Ankara will im Grenzgebiet PKK-Kämpfer jagen. Die ohnehin aufgeheizte Lage im Norden des Landes dürfte dieser Schritt trotzdem weiter befeuern.

Die Lage im Norden Syriens spitzt sich immer weiter zu. In Aleppo tobt eine entscheidende Schlacht zwischen Rebellen und Regierungstruppen. Und mit der Türkei könnte nun auch ein Nato-Staat militärisch in dem Land eingreifen.

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Im Norden Syriens sind etliche Kampfer im Einsatz. Nicht alle beenden ihre Mission intakt.

(Foto: REUTERS)

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan droht mit einem Militäreinsatz gegen Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) auf syrischem Boden. Präsident Baschar al-Assad habe den an die Türkei grenzenden Norden des Landes PKK-Kämpfern "anvertraut", sagte Erdogan im Fernsehsender Kanal 24. Erdogan hält es für eine "Selbstverständlichkeit" und Teil der Verteidigungsstrategie seines Landes auch dort gegen die Arbeiterpartei vorzugehen. Am Mittwoch hatte Ankara schon den Grenzverkehr mit Syrien bis auf Weiteres eingestellt.

Die PKK, die neben der Türkei auch von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, kämpft seit dem Jahr 1984 gegen den türkischen Staat.

Panzer rücken auf Aleppo vor

Aleppo liegt derweil weiterhin unter dem Beschuss der Regierungstruppen Assads, die zur Gegenoffensive gegen die Rebellen übergegangen sind. Assad schickte am Mittwoch rund Ein Panzerverband rückte vor. Angeblich kamen am Vormittag 24 Menschen ums Leben.

Die Rebellen halten der Großoffensive der Regierungstruppen nach eigenen Angaben vorerst trotzdem stand. "Unsere revolutionären Kämpfer haben mindestens zwei massive Angriffe der Regimestreitkräfte abgewehrt", sagte der Aufständischen-Kommandeur Abu Omar al-Halebi. "Sie kontrollieren 50 Prozent der Stadt."

Von unabhängiger Seite ließen sich die Angaben nicht überprüfen, weil Medien in Syrien nur äußerst eingeschränkt arbeiten können. Al-Halebi zufolge griffen auf der Seite der Truppen von Machthaber Assad auch Kampfjets ein. In den Außenbezirken Salaheddin und Maschaad sollen sie Nachschubkonvois der Rebellen bombardiert haben. Die Kämpfe in Aleppo dauern seit dem letzten Wochenende an.

Nach Angaben der Opposition verloren in dem Konflikt landesweit schon mehr als 19.000 Menschen ihr Leben.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/AFP

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