Politik

"Alle Nutzer gleich" Twitter würde auch Trump sperren

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Trump folgen auf Twitter mehr als 80 Millionen andere Konten.

(Foto: imago images/imagebroker)

Kein Medium nutzt US-Präsident Trump so viel und ausgiebig wie Twitter. Doch seit Kurzem geht der Dienst auf Konfrontationskurs zu seinem berühmtesten Nutzer - und würde ihn sogar sperren, wie es nun heißt.

Der Kurzbotschaftendienst Twitter schließt nicht aus, das offizielle Konto von US-Präsident Donald Trump zu sperren, sollte dieser weiterhin aufwiegelnde Botschaften etwa zu den derzeitigen Protesten in den USA veröffentlichen. "Jeder Twitter-Account ist an die Twitter-Regeln gebunden", sagte der Strategie-Chef des US-Unternehmens, Nick Pickles, bei einer Anhörung im britischen Parlament auf die Frage, ob der Dienst Trumps Konto notfalls auch abschalten würde.

Twitter hatte seine Nutzer vergangene Woche erstmals vor einem Beitrag Trumps gewarnt und diesen als "gewaltverherrlichend" gekennzeichnet. In dem Tweet hatte Trump mit Verweis auf die Anti-Rassismus-Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd gedroht: "Wenn das Plündern beginnt, beginnt das Schießen."

In der Folge kam es zum Streit zwischen Twitter und Trump, dem in dem Online-Dienst mehr als 81 Millionen Nutzer folgen. Trump unterzeichnete seither eine umstrittene Verordnung, durch die Online-Netzwerke wie Twitter und Facebook stärker reguliert werden sollen. Er nutzt den Dienst aber weiterhin ausgiebig. Allein an diesem Donnerstag setzte er bereits fünf Tweets ab. Er nutzt das Medium für Angriffe auf Medien und politische Gegner sowie für Slogans wie "Make America Great Again".

Pickles verteidigte die Kennzeichnung des Trump-Beitrags am Donnerstag und erklärte, dass Twitter die Beiträge des US-Präsidenten auf dieselbe Weise überprüfe wie die eines jeden anderen Nutzers. Sobald sich ein Nutzer über die Inhalte eines Beitrags beschwere, werde dieser auf die Einhaltung der Twitter-Regeln hin untersucht, sagte der Strategiechef. Kritiker bezweifeln dies aber. Das zeigte etwa der Twitter-Account @SuspendthePres, auf dem vom 29. Mai an dieselben Tweets wie die des US-Präsidenten veröffentlicht wurden. Dieser wurde 68 Stunden später gesperrt. Auch dabei war die Aussage "wenn die Plünderungen starten, starten die Schießereien", der Grund.

Insbesondere zu Wahlkampfzeiten spielen Online-Netzwerke wie Twitter oder Facebook in den USA eine große Rolle. Facebook begann an diesem Donnerstag wie zuvor angekündigt damit, Medienorganisationen, die möglicherweise unter dem Einfluss von Regierungen stehen, zu kennzeichnen. Zudem kündigte der Konzern an, im weiteren Verlauf des Jahres keine Werbung dieser Organisationen mehr zuzulassen. Facebook war nach der Präsidentschaftswahl 2016 massiv in die Kritik geraten, weil es im Wahlkampf nicht genug gegen russische Propaganda unternommen haben soll.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP