Politik

Inschrift falsch wiedergegeben US-Behördenchef deutet Freiheitsstatue um

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Cuccinelli gilt als Hardliner in der Immigrationspolitik.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Vorfahren vieler US-Amerikaner kamen über Ellis Island ins Land - begrüßt von der nahen Freiheitsstatue. Deren berühmte Inschrift dichtet Trumps Leiter der Ausländerbehörde in einem Interview um. Demnach sei nur willkommen, wer für sich selbst sorgen könne.

Der geschäftsführende Leiter der US-Einwanderungs- und Ausländerbehörde hat die Inschrift der Freiheitsstatue in einem Interview umgedichtet und damit für Wirbel gesorgt. Ken Cuccinelli, der die Behörde USCIS derzeit kommissarisch leitet, sprach im Radiosender NPR über eine Verschärfung der Regelung bei der Vergabe von dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen.

Die Moderatorin wollte dabei von Cuccinelli wissen, ob er der Meinung sei, dass die Worte auf der New Yorker Freiheitsstatue Teil des amerikanischen Ethos seien. Er erklärte daraufhin: "Das sind sie sicherlich. Gebt mir Eure Müden und Eure Armen, die auf ihren eigenen Füßen stehen können und nicht zu einer Belastung für die Öffentlichkeit werden."

Die Inschrift der Freiheitsstatue lautet eigentlich: "Gebt mir Eure Müden, Eure Armen, Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren, die bemitleidenswerten Abgelehnten Eurer gedrängten Küsten (...)". Die Worte sind ein Auszug aus dem Gedicht "The New Colossus" von Emma Lazarus. Die Freiheitsstatue befindet sich auf einer Insel im New Yorker Hafen neben der Insel Ellis Island, über die rund zwölf Millionen Einwanderer einst in die USA kamen.

Cuccinelli verteidigte in dem Interview die Entscheidung der Regierung, die Regelung zur Vergabe von dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen zu verschärfen. Künftig können die Behörden Antragsstellern eine Green Card verweigern, wenn sie auf staatliche Hilfsprogramme wie Lebensmittelhilfen oder Wohngeld angewiesen sind. Die Änderungen sollen Mitte Oktober in Kraft treten. Der Schritt sorgte für massive Kritik.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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