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"Maduro erstickt Wahrheit" US-Journalist in Venezuela festgenommen

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Machthaber Maduro kritisiert immer wieder die mutmaßliche Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten seines Landes.

(Foto: picture alliance/dpa)

In seinem Zuhause in der venezolanischen Hauptstadt Caracas ist ein US-Journalist festgenommen worden. Er arbeitet seit Jahren etwa für den US-Fernsehsender ABC News. Nach mehreren Stunden kommt er wieder frei - und wird seine Wohnung wohl doch nicht wieder sehen.

In Venezuela ist ein US-Journalist festgenommen und mehr als zwölf Stunden lang festgehalten worden. Der Reporter Cody Weddle wurde schließlich wieder freigelassen, wie einer seiner Arbeitgeber, der US-Lokalsender 10 News, auf Twitter erklärte. Die venezolanische Journalistengewerkschaft SNTP erklärte, der 29-Jährige sei zum internationalen Flughafen der Hauptstadt Caracas gebracht worden und solle ausgewiesen werden.

Weddle arbeitet seit Jahren in Venezuela, unter anderem für den US-Fernsehsender ABC News und die Zeitung "Miami Herald". Nach Angaben der venezolanischen Nichtregierungsorganisation Espacio Público wurde er am Mittwochmorgen bei sich zu Hause in festgenommen. Mitarbeiter des venezolanischen Militärgeheimdienstes hätten ihn demnach zu seiner Berichterstattung über Vorgänge an der venezolanischen Grenze befragt.

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Die vom selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó angeführte Opposition hatte am 23. Februar versucht, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. Venezolanische Sicherheitskräfte unterbanden das Vorhaben mit einem gewaltsamen Vorgehen, es gab mehrere Tote und Hunderte Verletzte.

"Ein Journalist zu sein ist kein Verbrechen"

Nach dem Bekanntwerden von Weddles Festnahme hatte das US-Außenministerium dessen sofortige Freilassung verlangt. "Ein Journalist zu sein ist kein Verbrechen", schrieb die für Lateinamerika zuständige US-Diplomatin Kimberly Breier auf Twitter. Sie warf dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro vor, die Wahrheit zu "ersticken", anstelle sich ihr zu stellen.

Der Linksnationalist Maduro und Oppositionsführer Guaidó liefern sich seit Wochen einen erbitterten Machtkampf in dem südamerikanischen Krisenstaat. Guaidó wird dabei von den USA, zahlreichen lateinamerikanischen und europäischen Ländern unterstützt.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP

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