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Es drohen bis zu 170 Jahre Haft US-Justiz verschärft Anklage gegen Assange

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Assange unter Druck: Die USA wollen ihn wegen Spionage anklagen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als der Wikileaks-Gründer sein Asyl in der Londoner Botschaft von Ecuador verliert, stellen die USA sofort einen Auslieferungsantrag. Doch sie beschwichtigen: Assange drohten nur fünf Jahre Haft. Nun verschärft die US-Justiz ihre Anklage um das Delikt Spionage. Nun geht es um 170 Jahre.

Die US-Justiz hat ihre Anklage gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange erheblich verschärft. Assange ist nun auch angeklagt, durch die Veröffentlichung von vertraulichen diplomatischen und militärischen Dokumenten der USA gegen Anti-Spionage-Gesetze verstoßen zu haben, teilte das Justizministerium in Washington mit.

Die Erweiterung der Anklage bedeutet, dass dem in Großbritannien inhaftierten Assange in den USA eine deutlich längere Haftstrafe droht, als bislang angegeben. Die neuen Anklagepunkte kommen zu der bereits zuvor von der US-Bundesanwaltschaft erhobenen Anschuldigungen hinzu. Bisher warfen ihm die Ermittler Verschwörung zum Angriff auf Regierungscomputer vor. Für diesen einen Anklagepunkt allein drohten Assange bereits bis zu fünf Jahre Gefängnis. Die "Washington Post" schrieb, Assange müsse durch die neue Anklageschrift und 18 weitere Anklagepunkte mit bis zu 170 Jahren Haft rechnen.

Die USA haben in Großbritannien die Auslieferung von Assange beantragt. Er hat angekündigt, sich dagegen mit allen juristischen Mitteln zu wehren. Die jetzt neu gegen ihn erhobenen Anklagepunkte nach dem Anti-Spionage-Gesetz bedeuten, dass die US-Ermittler den Wikileaks-Gründer nicht als Journalisten betrachten. Assanges Verteidigungslinie ist, dass Wikileaks eine journalistische Publikation sei und die dortigen Veröffentlichungen folglich durch die Pressefreiheit geschützt seien.

Die 2010 von der Enthüllungsplattform veröffentlichten Dokumente aus dem Militärapparat sowie dem diplomatischen Dienst der USA enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze im Irak und in Afghanistan sowie über die Tötung von Zivilisten und Misshandlung von Gefangenen.

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Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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