Politik

Nach Bericht im irakischen TV USA dementieren neuen Angriff bei Bagdad

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Nach Angaben aus irakischen Militärkreisen sind bei dem Luftangriff sechs Menschen getötet worden - die USA dementieren aber jegliche Attacke. (Archivbild)

(Foto: imago stock&people)

Nur einen Tag nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani gibt es Berichte, die USA hätten einen weiteren Luftangriff gegen einen Kommandeur einer pro-iranischen Miliz gefolgen - doch anders als im Falle Soleimanis folgt nun ein Dementi der US-Führung.

Die USA haben einen erneuten Luftangriff im Irak dementiert. "Es gab keinen Angriff der USA oder der Allianz", sagte der Sprecher der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition im Irak, Myles Caggins, der Nachrichtenagentur AFP.  Zuvor hatten die pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen von einem gegen sie gerichteten Luftangriff auf einen Konvoi im Norden Bagdads berichtet. Irakische Staatsmedien machten dafür die USA verantwortlich.

Der Angriff sei nördlich von Bagdad erfolgt und habe sich gegen einen Kommandanten der Hasched-al-Schaabi-Milizen gerichtet, berichtete das irakische Staatsfernsehen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, es habe bei dem Angriff auf die Fahrzeuge "Tote und Verletzte" gegeben. Die Berichte über den mutmaßlichen Angriff folgten einen Tag nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Ghassem Soleimani sowie des Vizechefs der Hasched-al-Schaabi-Milizen im Irak.

Beide waren in der Nacht zum Freitag durch einen US-Drohnenangriff nahe des Flughafens von Bagdad getötet worden. Am heutigen Samstag findet im Irak ein Staatsbegräbnis für al-Muhandis statt, das mit einer Prozession in Bagdad beginnt und mit der Bestattung in der heiligen Stadt Nadschaf endet.

Insgesamt waren bei dem Drohnenangriff in der Nacht zum Freitag fünf Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden und fünf Mitglieder der Hasched-al-Schaabi-Milizen getötet worden. Dem Pentagon zufolge war die gezielte Tötung Soleimanis von US-Präsident Donald Trump angeordnet worden.

Bedeutendste Tötung in der US-Geschichte

In seiner ersten Ansprache nach dem Angriff sagte Trump, Soleimani sei der weltweite "Terrorist Nummer 1" gewesen. Der US-Präsident betonte zugleich, dass er keinen Krieg mit dem Iran wolle. "Wir haben vergangene Nacht gehandelt, um einen Krieg zu verhindern", sagte Trump am Freitag in Florida. Auch wolle die US-Regierung keinen Regimewechsel in Teheran herbeiführen.

International rief die Tötung Soleimanis jedoch Befürchtungen vor einer gefährlichen Gewalteskalation hervor. Der Iran drohte mit "schwerer" Vergeltung. Der einflussreiche irakische Schiitenführer Muqtada al-Sadr rief seine vor gut einem Jahrzehnt offiziell aufgelöste Anti-US-Miliz wieder zum Kampf. Ein Kommandant der Hasched-al-Schaabi-Milizen rief seine Kämpfer ebenfalls in Alarmbereitschaft.

Der Experte für bewaffnete schiitische Milizen, Phillip Smyth, bezeichnete den tödlichen Angriff auf Soleimani als bedeutendste Tötung in der US-Geschichte. Er erwarte größere Auswirkungen durch den tödlichen Angriff auf Soleimani als durch die Tötung des Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden 2011 oder die Tötung des Anführers der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Baghdadi im vergangenen Jahr.

Iran rief dreitägige Staatstrauer aus

Der 62-jährige Soleimani hatte nicht nur große militärische, sondern auch politische Macht. Bei der Ausweitung des iranischen Einflusses im Nahen Osten und der Golfregion spielte er eine zentrale Rolle. So war er sogar an den Gesprächen zur irakischen Regierungsbildung beteiligt. Der Iran rief nach der Tötung Soleimanis eine dreitägige Staatstrauer aus.

Auch Soleimanis Einfluss auf die schiitischen Milizen, aus denen das Hasched-al-Schaabi-Netzwerk im Irak besteht, war groß. Kämpfer und Anhänger der pro-iranischen Milizen waren am Dienstag zum US-Botschaftsgelände in Bagdad vorgedrungen. Bei den folgenden Zusammenstößen zwischen US-Sicherheitskräften und Kämpfern der Milizen wurden Dutzende Menschen verletzt. US-Außenminister Mike Pompeo warf dem Hasched-al-Schaabi-Kommandanten al-Muhandis vor, hinter der Attacke auf die Botschaft zu stecken.

Quelle: ntv.de, vpe/mba/AFP/rts