Politik

Wahrzeichen der Stadt Mariupol Ukraine meldet 300 Tote nach Angriff auf Theater

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Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Beschädigung des Theaters.

(Foto: picture alliance/dpa/Satellite image '2022 Maxar Technologies.)

Der russische Luftangriff auf ein Theater in Mariupol sorgt international für Entsetzen. Nun bestätigen mehrere Hilfsorganisationen, dass hunderte Menschen im Keller des Gebäudes Schutz vor Bombardierungen gesucht hatten. Ukrainische Behörden melden bis zu 300 Tote.

Die ukrainischen Behörden gehen davon aus, dass bei dem russischen Angriff auf ein Theater in Mariupol in der vergangenen Woche rund 300 Menschen getötet wurden. Die Stadtverwaltung der Hafenstadt verwies auf Auswertungen von Augenzeugenberichten. "Bis zuletzt will man an diesen Horror nicht glauben, bis zuletzt will man glauben, dass alle in Sicherheit sind. Doch die Zeugenaussagen derjenigen, die sich zum Zeitpunkt dieses Terrorakts im Gebäude befanden, sagen das Gegenteil", erklärte die Behörde im Online-Dienst Telegram. Das Theater im Herzen von Mariupol sei seit jeher das Wahrzeichen der Stadt gewesen. Nun sei es zu einem neuen Ort des Schmerzes für die Bewohner Mariupols geworden.

Nach übereinstimmenden Informationen auch von Hilfsorganisationen hatten hunderte Menschen im Keller des Gebäudes Schutz gesucht. Laut Angaben der britischen Tageszeitung "The Guardian" seien lediglich 150 Überlebende unmittelbar nach dem Angriff aus den Trümmern gestolpert. Weiter heißt es, der Großteil der Theaterbesucher habe sich vor dem Beschuss unter der Bühne versteckt und Trümmer hätten anschließend die Ausgänge blockiert.

Der Angriff hatte international Empörung ausgelöst. Nach ukrainischen Angaben hatte Russland das Theater bombardiert, obwohl vor beiden Seiten des Gebäudes gut sichtbar das Wort "Kinder" auf Russisch auf den Boden gemalt war.

Die Ukraine und westliche Staaten werfen den russischen Streitkräften seit Beginn des Angriffskriegs vor, gezielt zivile Ziele unter Beschuss zu nehmen oder zivile Opfer zumindest billigend in Kauf zu nehmen. Berichte über zerstörte Krankenhäuser hatten wiederholt für Empörung gesorgt. Moskau bestreitet die Vorwürfe und wirft hingegen den ukrainischen Streitkräften vor, Zivilisten als menschliche Schilde zu missbrauchen.

Quelle: ntv.de, lno/AFP

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