Politik

"Absichtlich getäuscht" Uni fällt Urteil über Guttenberg

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Guttenberg hat bei seiner Doktorarbeit absichtlich getäuscht. Zu diesem Urteil kommt die Universitätskommission der Uni Bayreuth, die den Plagiatsfall prüft. Der offizielle Bericht erscheint Ende April. Guttenbergs Anwälte wollen eine Veröffentlichung des Berichts verhindern.

2wlo1515.jpg2033687485808826534.jpg

Guttenberg will nun ein Buch schreiben.

(Foto: dpa)

Karl-Theodor zu Guttenberg hat nach Einschätzung der Universität Bayreuth bei seiner Doktorarbeit absichtlich getäuscht. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die zuständige Universitätskommission, die den Plagiatsfall prüft, habe ihre Arbeit weitgehend abgeschlossen. Der offizielle Bericht soll Ende April fertig sein.

Nach Angaben der Universität erheben Guttenbergs Anwälte Einwände gegen eine Veröffentlichung des Berichts. Uni-Präsident Rüdiger Bormann sagte dem "Tagesspiegel", er hoffe, dass Guttenberg einer Veröffentlichung der Untersuchung doch noch zustimmen werde. "Wir möchten das Ergebnis - auch zur Frage des Täuschungsvorsatzes - öffentlich machen." Er sehe in dem Verhalten des Politikers einen "vollkommenen Widerspruch" zu dessen Rücktrittsrede, in der er Aufklärung versprochen hatte. "Es besteht ein ganz starkes öffentliches Interesse, wie die Uni den Vorfall bewertet." Guttenberg sei für eine Stellungnahme nicht zu erreichen gewesen, schrieb der "Tagesspiegel".

Der Minister hatte stets bestritten, absichtlich getäuscht zu haben. Sein Doktorvater Peter Häberle sagte der "SZ", er sei von Guttenberg "existentiell enttäuscht". Guttenberg habe Häberle einen Brief geschrieben, in dem er sich für das "Ungemach" entschuldige, das er ihm bereitet habe.

Guttenberg bleibt politisch aktiv

hatte am 3. März betont, sein Rücktritt umfasse neben seinem Ministeramt und seinem Bundestagmandat auch den CSU-Bezirksvorsitz. Zugleich erklärte er, er werde seiner Verantwortung für seine Heimat weiter nachkommen und Oberfranken nicht im Stich lassen. Deshalb werde er auch sein Bürgerbüro in Kulmbach auf eigene Kosten bis zum Jahr 2013 weiter betreiben. Die Parteibasis hatte Guttenberg bei einer Sympathiekundgebung aufgefordert, bei der Wahl in zweieinhalb Jahren wieder für den Bundestag zu kandidieren.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.