Politik

Forsa-Sonntagsfrage Union rutscht deutlich ab

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Kanzlerin Merkel beim Nato-Gipfel: Suche nach dem Namensschild fürs Familienfoto.

(Foto: dapd)

Die Auswirkungen der NRW-Wahl kommen in Berlin an. In der jüngsten Forsa-Umfrage schlägt das schlechte Votum für die Union auch auf die Bundespartei durch. Doch das heißt noch lange nicht, dass Kanzlerin Merkel wackelt. Auch NRW-Star Kraft ist noch keine ernsthafte Konkurrenz für sie.

Die Union schrumpft, Kanzlerin Angela Merkel ist aber weiter stark: Die Wahl in Nordrhein-Westfalen wirkt sich im Bund hauptsächlich auf die Regierungsparteien aus. In der Forsa-Sonntagsfrage für RTL und den "Stern" verlieren CDU/CSU 4 Prozentpunkte und liegen bei 31 Prozent. Die FDP kann davon profitieren: Die schon totgesagten Liberalen gewinnen 1 Punkt hinzu und schaffen 6 Prozent, wären damit also sicher im Bundestag vertreten. Die SPD und die Piraten legen ebenfalls jeweils um 1 Punkt zu, erreichen nun 27 beziehungsweise 13 Prozent. Linke und Grüne stagnieren hingegen. Die Linke kommt trotz der Führungsquerelen weiterhin auf 6 Prozent, die Grünen holen 13.

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Hannelore Kraft: stark, aber nicht stark genug für Merkel.

(Foto: dpa)

Die Kanzlerin bleibt im Vergleich zu allen potentiellen Herausforderern Chefin im Ring. Auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kann ihr nicht das Wasser reichen. Bei der Wahl zwischen Merkel und Kraft würden sich 48 Prozent für die Amtsinhaberin und nur 29 Prozent für die Gegnerin entscheiden – ein klarer Vorsprung von 19 Prozentpunkten. Kraft hat aber auch stets betont, keine Berlin-Ambitionen zu haben. Die männliche Troika der SPD ist ähnlich chancenlos. Merkel liegt 18 Prozentpunkte vor Frank-Walter Steinmeier, 21 Prozentpunkte vor Peer Steinbrück und sage und schreibe 39 Prozentpunkte vor Sigmar Gabriel.

Krafts Rückhalt in der eigenen Partei ist ähnlich wie der ihrer männlichen Kollegen, jedoch zurzeit am größten. 29 Prozent der SPD-Anhänger wünschen sie sich als Kanzlerkandidatin, gefolgt von Steinbrück und Steinmeier mit jeweils 28 und Schlusslicht Gabriel mit 19 Prozent.

Gleichzeitig zum sinkenden Wert für die Union geht auch das Vertrauen in die politische Kompetenz der Konservativen zurück. Nur 21 Prozent der Wahlberechtigten trauen der Union zu, die Probleme in Deutschland am besten zu lösen – das sind 5 Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Den Sozialdemokraten wird hingegen wieder mehr zugetraut: 16 Prozent sehen sie als besonders kompetent an (+3). Auch die FDP legt hier zu: 2 Prozent halten die Liberalen für eine Problemlöserpartei (+1). Weiterhin 3 Prozent glauben in der Kompetenz-Frage an die Grünen. Die Mehrheit der Wahlberechtigten, nämlich 54 Prozent, spricht jedoch keiner Partei die nötige Kompetenz zu, die Probleme des Landes zu lösen.

Quelle: n-tv.de, jmü