Politik

Agenten umzingeln Zambranos Auto Venezuela nimmt Guaidó-Stellvertreter fest

005b112162d64ca6b1136fdd0ae6fb1c.jpg

Edgar Zambrano unterstützt Juan Guaidó beim Machtumsturz in Venezuela.

(Foto: REUTERS)

Der venezolanische Parlamentspräsident Zambrano wird in einer Aktion des Geheimdienstes festgesetzt. Agenten umstellen sein Auto und schleppen ihn ab, berichtet er auf Twitter. Der Westen droht nun mit verschärften Sanktionen.

Agenten des Geheimdienstes haben den Stellvertreter des venezolanischen Oppositionsführers Juan Guaidó festgenommen. Der Vize-Präsident der Nationalversammlung, Edgar Zambrano, teilte über Twitter mit, die Agenten des Geheimdienstes Sebin hätten sein Auto umstellt und ihn am Aussteigen gehindert. "Als wir uns geweigert haben auszusteigen, haben sie einen Kran geholt, um uns mit Gewalt direkt nach Helicoide zu bringen." Das Fahrzeug wurde anschließend mit ihm an Bord vom Sitz seiner Partei mit einem Abschleppwagen in die Geheimdienst-Zentrale in Caracas gebracht.

Zambrano und sechs weiteren Abgeordneten war am Dienstag die Immunität aberkannt worden. Gegen insgesamt zehn Oppositionsabgeordnete wurden wegen ihrer Unterstützung des gescheiterten Aufstands vom 30. April Strafverfahren wegen "Hochverrats" und "Verschwörung" eingeleitet. Guaidó war vor rund einer Woche gescheitert, mit einem Aufruf zum Militärputsch den seit Wochen andauernden Machtkampf mit dem sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro für sich zu entscheiden. Die Streitkräfte halten der sozialistischen Regierung die Treue.

Einer der wichtigsten Verschwörer sei nun verhaftet worden, erklärte die von der sozialistischen Partei dominierte Verfassungsgebende Versammlung nach der Festnahme Zambranos. "Das Regime hat seinen ersten Vize-Präsidenten entführt", schrieb Guaidó auf Twitter. Es versuche, "die Kraft zu zerstören, die alle Venezolaner vertritt". Dies werde aber scheitern.

Guaidó ist Präsident des venezolanischen Parlaments, der Nationalversammlung. Er hat sich im Januar zum Interimspräsidenten ausgerufen. Maduro wirft er vor, seine Wiederwahl durch Betrug errungen zu haben. Deutschland, die USA und die meisten anderen westlichen Staaten erkennen Guaidó als legitimen Staatschef an. Sie haben Maduro, der unter anderem von Russland unterstützt wird, vor einer Festnahme Guaidós gewarnt und mit verschärften Sanktionen gedroht.

Quelle: n-tv.de, lsc/rts/AFP

Mehr zum Thema