Politik

BKA nach Giftfund jetzt sicher Verdächtiger bereitete wohl Anschlag vor

Er plante offenbar einen Anschlag in einer völlig neuen Dimension: Nach dem Rizinfund in Köln geht das Bundeskriminalamt jetzt davon aus, dass der verdächtigte Giftmischer einen Anschlag plante. Es habe "ganz konkrete Vorbereitungen" dafür gegeben.

Der als Giftmischer verdächtigte Tunesier aus Köln hat nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes (BKA) einen Anschlag neuer Dimension mit einem biologischen Sprengsatz geplant. "Hier gab es schon ganz konkrete Vorbereitungen zu einer solchen Tat, mit einer, wenn Sie so wollen, Biobombe. Und das ist schon ein in Deutschland einmaliger Vorgang" sagte BKA-Präsident Holger Münch dem RBB-Inforadio. "Es gibt entsprechende Anleitungen dazu, auch von islamistischen Organisationen im Internet, wie man so etwas tut. Daran hat sich diese Person offensichtlich auch orientiert."

Gegen den Mann hatte der Bundesgerichtshof vor einer Woche Haftbefehl erlassen. Er hatte Münch zufolge bereits damit begonnen, das hochgiftige Rizin herzustellen, das sich aus Rizinussamen gewinnen lässt. Demnach wurden auch Utensilien für die Herstellung eines Sprengsatzes gefunden.

Ein ausländischer Partnerdienst hatte dem RBB zufolge dem Bundesamt für Verfassungsschutz gemeldet, dass der Tunesier im Internet Bestandteile zum Bau eines Sprengsatzes geordert hatte. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen plante der Mann "sehr wahrscheinlich" einen Terroranschlag. Er soll deutlich mehr als die zunächst bekanntgewordenen 1000 Rizinussamen bestellt haben. Es gebe Anhaltspunkte für eine noch größere Menge, teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mit.

Welches konkrete Tatziel der Mann in den Blick genommen hatte, ist laut dem BKA-Präsident aber noch unklar. "Auch die Frage zu weiteren Verbindungspersonen, Mittätern, auch das ist noch offen", so Münch. Sorge bereiten dem BKA die hohe Zahl von radikalisierten Einzelpersonen, die es im Auge zu behalten gelte. "Der große geplante Anschlag, so wie wir das in Paris und Brüssel erlebt haben, den halten wir mittlerweile nicht für völlig unwahrscheinlich, aber für weniger wahrscheinlich, weil der sogenannte Islamische Staat doch schon sehr geschwächt ist", erklärte Münch. Aktuell seien 770 Personen als Gefährder eingestuft.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa

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