Trump erhöht wieder den DruckVerlängerung der Feuerpause "unwahrscheinlich" - Häfen bleiben blockiert

Die Waffen ruhen im Iran, aber echte diplomatische Fortschritte zwischen Washington und Teheran sind noch nicht zu erkennen. Mit dem nahenden Ende der Feuerpause lässt Trump erneut die Muskeln spielen.
Wenige Tage vor dem Ende der Waffenruhe erhöht US-Präsident Donald Trump wider den Druck auf den Iran. Die USA werden die Blockade iranischer Häfen nur im Falle eines Abkommens mit dem Iran aufheben. Die Blockade "zerstört den Iran völlig", schrieb Trump in Onlinenetzwerken. "Sie verlieren 500 Millionen Dollar pro Tag, eine Summe, die selbst kurzfristig untragbar ist", fuhr er fort. Die Blockade werde erst aufgehoben, wenn Teheran einem "Deal" zur Beendigung des Krieges zugestimmt habe. Der Schiffsverkehr in der für den Welthandel immens wichtigen Straße von Hormus ist erneut zum Erliegen gekommen, sowohl Teheran als auch Washington haben Blockaden verhängt.
In diesem Rahmen hält Trump eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran für "sehr unwahrscheinlich". Die aktuell geltende Feuerpause laufe am Mittwochabend (Ortszeit Washington) aus, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Bloomberg nach einem Telefoninterview. Trump hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht (MESZ) am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Vielfach war das Ende der Waffenruhe für diese Woche daher mit der Nacht zu Mittwoch angegeben worden.
Es ist weiterhin offen, ob und wenn ja, wann es eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran geben wird. Die US-Delegation soll laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle "bald" in die pakistanische Hauptstadt Islamabad aufbrechen. Der Iran hat einer zweiten Verhandlungsrunde offiziell allerdings noch nicht zugestimmt. Vor gut einer Woche fand in Islambad bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran statt - sie endete ohne Ergebnis.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi machte den USA neue Vorwürfe - schloss aber eine neue Verhandlungsrunde aber nicht explizit aus. "Die Provokationen, die Drohrhetorik und die anhaltenden Verstöße der USA gegen die Waffenruhe, insbesondere die Angriffe auf iranische Handelsschiffe, sind ein erhebliches Hindernis für eine Fortsetzung des diplomatischen Prozesses", sagte er einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge in einem Telefonat mit seinem pakistanischen Amtskollegen. "Der Iran wird die Umstände genauestens abwägen und dann über den weiteren Weg entscheiden."
Auf seiner Plattform Truth Social betonte Trump dagegen, dass er unter keinerlei Druck stünde, einen Deal mit dem Iran zu erzielen. Gleichzeitig bekräftigte er, dass alles "relativ schnell" über die Bühne gehen werde. Der US-Präsident hatte bereits mehrfach betont, die USA und der Iran stünden kurz vor einem Deal. Am Freitag etwa hatte er dem Nachrichtenportal "Axios" in einem Telefongespräch gesagt, dass die USA "in den nächsten ein oder zwei Tagen eine Einigung erzielen" würden. Das hat sich nicht bewahrheitet.