Politik

Vor Trump-Rede in Japan Versteckspiel um "USS John McCain"

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Die Besatzung der "USS John McCain" war Berichten zufolge nicht zur Rede Trumps eingeladen worden.

(Foto: AP)

Der Name des verstorbenen US-Senators McCain sorgt bei Trump noch immer für schlechte Laune. McCain war einer der stärksten Kritiker des Präsidenten. Für Trumps Japan-Besuch sollte angeblich ein nach McCains Vater und Großvater benanntes Marineschiff versteckt werden.

Aus den Augen, aus dem Sinn: Vor dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Japan hat das Weiße Haus Medienberichten zufolge versucht, das in dem Land stationierte US-Kriegsschiff "USS John McCain" vor Trump zu verbergen. Das nach dem Großvater und Vater des 2018 verstorbenen Kritikers des Präsidenten benannte Schiff "muss außer Sichtweite sein", forderte nach Angaben des "Wall Street Journal" ein Mitarbeiter des Weißen Hauses in einer E-Mail.

Der Mitarbeiter erläuterte demnach, er habe vom Militärbüro des Präsidenten und der in Japan stationierten Siebten Flotte entsprechende Anweisungen zur Vorbereitung einer Rede des Präsidenten am Dienstag erhalten. Der "Guardian" berichtet außerdem, dass er um eine Bestätigung gebeten haben soll, dass seine Anweisungen ausgeführt werden. Die Umsetzung der Anweisung gestaltete sich jedoch schwierig, da der Zerstörer wegen Reparaturarbeiten nicht manövrierfähig war.

Wie die Zeitung weiter berichtete, wurde daraufhin eine Plane vor das Schiff gehängt. Die Plane sei vor Trumps Eintreffen zwar wieder entfernt worden, allerdings sei dann ein Frachtkahn vor der "USS John McCain" positioniert worden.

Navy-Sprecher dementiert

Ein Sprecher der Siebten Flotte sagte, die Fotos der Plane seien bereits am Freitag entstanden. Auch sei der Frachter vor Trumps Eintreffen wieder weggefahren worden. Überhaupt seien für den Präsidentenbesuch keine Änderungen an den Schiffen vorgenommen worden.

Die "New York Times" zitierte zwei US-Marinesoldaten, wonach die Besatzung der "USS John McCain" nicht zur Rede Trumps eingeladen worden sei. Als einige Besatzungsmitglieder mit dem Namen ihres Schiffs auf der Uniform dennoch erschienen seien, seien sie weggeschickt worden.

Der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sei über die Vorkehrungen anlässlich der Trump-Reise auf dem Laufenden gewesen, berichtete das Blatt weiter. Shanahan bestritt dies. Auch Trump erklärte auf Twitter, nichts über angebliche Vorkehrungen gewusst zu haben.

Empört zeigte sich dagegen McCains Tochter Meghan McCain. Die Journalistin bezeichnete Trump bei Twitter als "Kind". McCain war im August im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Republikaner gehörte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Senats und war einer der schärfsten innerparteilichen Kritiker Trumps.

Quelle: ntv.de, aeh/AFP

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