Politik

Reha-System droht KollapsViele israelische Soldaten leiden unter Belastungsstörungen

02.07.2026, 19:08 Uhr
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Israelische Soldaten im Westjordanland. (Foto: picture alliance / SIPA)

Fast drei Jahre nach Beginn des Gaza-Kriegs kämpfen Zehntausende israelische Soldaten mit den seelischen Folgen. Die hohe Zahl bringt die zuständigen Betreuungseinrichtungen an ihre Grenzen. Studien zufolge sind auch im Gazastreifen psychische Belastungsstörungen weit verbreitet.

Fast drei Jahre nach Beginn des Gaza-Kriegs haben zahlreiche israelische Soldaten mit psychischen Problemen zu kämpfen. 65 Prozent von insgesamt 26.600 im Krieg verletzten Soldaten und Soldatinnen, die sich an die Rehabilitationsabteilung des Verteidigungsministeriums gewandt hätten, litten unter psychischer Belastung oder einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD), hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. 

Die Gesamtzahl der verletzten Soldaten und Sicherheitskräfte aus allen Kriegen der israelischen Geschichte werde voraussichtlich bereits in diesem Jahr die Marke von 90.000 überschreiten, hieß es ferner. In den letzten drei Jahren sei ein starker Anstieg verzeichnet worden. 

Das Verteidigungsministerium warnte, angesichts der hohen Zahl könnte "das nationale System zur Rehabilitation der Kriegsverletzten zusammenbrechen". Nach Schätzungen der Rehabilitationsabteilung wird die Gesamtzahl der in Behandlung befindlichen Verletzten bis 2028 auf etwa 100.000 steigen, davon rund 50.000 mit psychischen Beeinträchtigungen. Neben PTSD gehe es dabei um Beschwerden wie Angstzustände, Anpassungsschwierigkeiten und Depressionen. Die Hilfsangebote seien erheblich ausgeweitet worden. 

Der Angriff der Hamas und anderer extremistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden, löste den verheerenden Gaza-Krieg aus. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seitdem mehr als 73.000 Palästinenser getötet.

Mehrere Studien, darunter Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation, weisen auf eine hohe Verbreitung schwerer psychischer Belastungen unter palästinensischen Binnenvertriebenen im Gazastreifen hin, die vor allem unter Depressionen, Angststörungen und starkem Stress litten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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