Politik

Wahl in Thüringen Voigt soll für CDU Ministerpräsident werden

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Fraktionschef Voigt soll CDU-Spitzenkandidat werden.

(Foto: imago images/Jacob Schröter)

Im April wird in Thüringen neu gewählt. Die CDU hat sich auf Fraktionschef Voigt als Spitzenkandidat festgelegt. Damit ist er der Herausforderer von Ministerpräsident Ramelow und seiner rot-rot-grünen Regierung.

Die CDU in Thüringen will mit ihrem Fraktionschef im Erfurter Landtag, Mario Voigt, in die für April kommenden Jahres geplante Landtagswahl ziehen. Der CDU-Landesvorstand nominierte den 43-Jährigen laut einer Mitteilung. Parteichef Christian Hirte zeigte sich erfreut über die "Geschlossenheit, mit der wir diese Entscheidung gemeinsam tragen". Das letzte Wort hat ein Parteitag.

Bei der Landtagswahl im vergangenen Oktober hatte die CDU ein Drittel ihrer Wähler verloren und wurde hinter der Linken und der AfD nur noch drittstärkste Kraft. Die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich mit den Stimmen von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten stürzte Thüringen dann im Februar in eine Regierungskrise und setzte die CDU zusätzlich unter Druck.

Nach heftiger innerparteilicher Kritik gab der langjährige CDU-Fraktions- und Landeschef Mike Mohring im März seine Ämter auf. Voigt wurde sein Nachfolger an der Fraktionsspitze, Hirte wurde im September zum Landeschef gewählt. Für den 25. April 2021 sind in Thüringen Neuwahlen geplant. Linke-Ministerpräsident Bodo Ramelow regiert derzeit mit einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung.

Hirte selbst war Anfang Februar als Ostbeauftragter der Bundesregierung auf Drängen von Bundeskanzlerin Angela Merkel entlassen worden, nachdem er in einer Twitterbotschaft Kemmerich zu seiner Wahl gratuliert und erklärte hatte, statt Rot-Rot-Grün sei nun ein "Kandidat der Mitte" zum Zug gekommen. Er war zwei Jahre als Ostbeauftragter im Amt.

Voigt ist seit 2014 einer von drei CDU-Vize im Freistaat. Von 2009 bis 2011 war er Fraktionschef und von 2010 bis 2014 Generalsekretär. Er wird dem eher gemäßigten Lager um die frühere Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht zugerechnet. Dagegen gilt sein Verhältnis zu Mohring als eher nüchtern.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP