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Auf der Maus "ausgerutscht" Von Storch will AfD-Buch verbieten lassen

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Auf der Maus ausgerutscht - offenbar passt Beatrix von Storch diese Erklärung nicht mehr.

(Foto: picture alliance / dpa)

Einen Schießbefehl auf Frauen und Kinder? Nein, Beatrix von Storch will nur auf der Maus "ausgerutscht" sein. Doch von genau dieser Rechtfertigung distanziert sie sich jetzt und will ein Buch verbieten lassen, das die Episode aufgreift.

Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch will einem Bericht zufolge gegen das Buch der "Spiegel"-Journalistin Melanie Amann, "AfD - Angst für Deutschland", vorgehen. Streitpunkt sei eine Textstelle, die ein Zitat von Beatrix von Storch im Zusammenhang mit der Debatte um einen Schießbefehl auf Frauen und Kinder an der Grenze aufgreift, berichtet das Branchenportal "Kress". Nun wolle von Storch den Verlag abmahnen lassen, der Verkauf des Buches solle bundesweit gestoppt werden, so der Bericht.

Bei Facebook hatte die Politikerin auf die Frage, ob auch auf Frauen und Kinder geschossen werden solle, mit "Ja" geantwortet. Später behauptete sie gegenüber dem "Spiegel", auf der Maus "ausgerutscht" zu sein. Nun will sie das offenbar so nie gesagt haben. Anfang 2016 hatte der Spiegel ihre Aussage gedruckt, viele Medien hatten damals darüber berichtet. Gerichtlich vorgegangen war sie gegen die Zitierweise nie. Jetzt jedoch scheinen ihr die Aussagen von 2016 nicht mehr zu passen.

In dem Buch heißt es: "Von Storch hat für kritische Journalisten, politische Gegner oder Tortenwerfer nur ein spöttisches Lächeln übrig. Sie findet sie so amüsant wie die wild durcheinander krabbelnden Kellerasseln unter einem umgedrehten Stein. Wird es doch einmal eng für sie, wie im Streit um den Schießbefehl, dann ist sie eben 'mit der Maus abgerutscht'. Sie hält sich nur an die Regeln, die gerade passen. Die anderen werden notfalls passend gemacht."

Beatrix von Storch geht gegen die Textstelle vor, obwohl sie nicht explizit als Zitatgeberin genannt wird. "Kress" schreibt, Amann hätte hier auch einfach Medienberichte zitiert haben können. Die juristische Grundlage, das Buch zu stoppen, sei daher dünn. Es sei nicht damit zu rechnen, dass von Storch Erfolg haben werde. Nach "Kress"-Informationen geht bislang kein anderer AfD-Politiker juristisch gegen das Werk vor.

Quelle: n-tv.de, bdk

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