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Regierungsbildung im Irak Wahl-Kontrahenten starten ersten Versuch

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Der schiitische Prediger Moktada al-Sadr war der Gewinner der Parlamentswahl im Irak.

picture alliance / Karim Kadim/A

Der eine geht auf Distanz zum Iran, der andere ist der engste Vertraute Teherans im Irak: Nun müssen Sadr und Amiri versuchen, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Die Wählergunst will es so.

Im Irak zeichnet sich einen Monat nach der Wahl ein erster ernsthafter Anlauf zur Regierungsbildung ab. Nach wochenlangen Verhandlungen kündigten der einflussreiche schiitische Prediger Moktada al-Sadr und der Anführer der wichtigsten Schiiten-Miliz im Land, Hadi al-Amiri, eine Allianz an.

Sadr und Amiri hatten bei den Wahlen im Mai Platz eins und zwei belegt. Trotz ihres gemeinsamen schiitischen Hintergrunds in dem Vielvölkerstaat trennt die beiden neuen politischen Partner viel: Der Nationalist Sadr hält Abstand zur Führung in Teheran, für die Amiri im Irak der engste Verbündete ist.

Die beiden Politiker erklärten, ihr Bündnis sei offen für andere Wahlsieger. Dazu gehört auch der Wunschkandidat des Westens, der bisherige Regierungschef Haider al-Abadi, der nach Angaben der Wahlkommission nach Sadr und Amiri auf Platz drei kam. Wenn er sich mit seinen Anhängern der Allianz Sadrs und Amiris anschließt und sich deren Unterstützung sichern kann, hätte er als Kompromisskandidat doch noch eine Chance auf eine zweite Amtszeit.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

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