IG Metall macht DruckWarnstreiks kommende Woche
Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie ziehen sich hin. Nun will die IG-Metall die Arbeitgeber mit Streikdrohungen in Bewegung bringen.
In der Metall- und Elektroindustrie soll es bereits kommende Woche zu ersten Warnstreiks kommen. Der IG-Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen kündigte am Montag an, dass es noch vor dem Ende der Friedenspflicht am 28. März Arbeitsniederlegungen geben wird. Nach Auffassung der Gewerkschaften gelten die Vereinbarungen zur Friedenspflicht nur im alten Bundesgebiet, nicht aber in den neuen Ländern.
Die Verhandlungen in Bayern, Küste (Schleswig-Holstein, Hamburg, Nord-West-Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern) sowie Thüringen wurden nach dritter Runde ohne Ergebnis vertagt. Die IG Metall fordert für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten 6,5 Prozent höhere Einkommen. Das Arbeitgeberangebot sieht jeweils zwei Prozent für 2002 und 2003 vor.
Der IG-Metall-Bezirksleiter von Berlin-Brandenburg, Hasso Düvel, verwies in Berlin darauf, dass das 1979 mit den Metall-Arbeitgebern abgeschlossene Abkommen zur Friedenspflicht nach der deutschen Vereinigung nicht auf den Osten übertragen worden sei. Deshalb seien in Ostdeutschland bereits vor dem 28. März Warnstreiks möglich, sagte Düvel. Nach seinen Angaben sind einstündige Arbeitsniederlegungen in verschiedenen Betrieben in Brandenburg, Sachsen und im Ostteil Berlins geplant. Die Aktionen sollen am Montag beginnen und zunächst bis Mittwoch dauern.
Urabstimmung Ende April?
Nach Informationen des "Handelsblatts" will die IG Metall ihre Mitglieder Ende April zur Urabstimmung über einen Arbeitskampf aufrufen, falls bis dahin kein Tarifabschluss gelungen ist. Für einen Streik ist die Zustimmung von 75 Prozent Gewerkschaftsmitglieder erforderlich.
Auch die IG Metall im Südwesten signalisierte die Bereitschaft zum Warnstreik. "Die Beschäftigten sind streit- und demonstrationsfähig und bereit, für ihre Forderungen auf die Straße zu gehen", sagte der IG Metall-Bezirksleiter Berthold Huber nach der Sitzung der Großen Tarifkommission in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen).