Unter drei MillionenWeniger Arbeitslose
Die Zahl der Arbeitslosen liegt erstmals seit 16 Jahren wieder unter der Marke von drei Millionen. Im Oktober sank die Zahl der Erwerbslosen um 84.000 auf 2.997.000. Das waren 437.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,2 Prozent gelegen.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland liegt erstmals seit 16 Jahren wieder unter der Marke von drei Millionen. Im Oktober sank die Zahl der Erwerbslosen um 84.000 auf 2.997.000. Das waren 437.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,2 Prozent gelegen.
"Auch im Oktober zeigten sich noch keine gravierenden Auswirkungen der konjunkturellen Abschwächung und der Lage an den Finanzmärkten auf dem Arbeitsmarkt", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Die Stellenmeldungen der Unternehmen signalisierten weiterhin einen hohen Bedarf an Arbeitskräften.
Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm weiter zu. Sie lag zuletzt (im August) mit 27,68 Millionen um 552.000 über dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte des Zuwachses sind Vollzeitstellen.
Aufgrund der anhaltenden Herbstbelebung ging die Zahl der Arbeitslosen im Oktober in Westdeutschland um 52.000 auf 1.990.000 zurück, im Osten sank sie um 32 auf 1.007.000. Der bundesweite Rückgang im Oktober war den Angaben zufolge aber etwas schwächer als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre.
Weise rechnet mit leichten Anstieg
Mittelfristig rechnet Weise mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt 2009 werde die Zahl der Erwerbslosen im Vergleich zum laufenden Jahr um rund 30.000 zunehmen, sagte er. Der Anstieg werde jedoch deutlich geringer ausfallen als in früheren Abschwungphasen. Nach seiner Einschätzung werde sich die Konjunkturflaute erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Für den kommenden Monat rechnet er mit einem leichten Rückgang der Erwerbslosigkeit.
Auch Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht langfristige Konsequenzen der Finanzkrise für den Arbeitsmarkt. "Wir werden in den nächsten Monaten auch zunehmend schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt haben. Wir werden wahrscheinlich auch im nächsten Jahr eine leicht steigende Arbeitslosigkeit und womöglich eine leicht zurückgehende Erwerbstätigkeit haben", so Schäfer bei n-tv. "Die Krise wird auf jeden Fall auf dem Arbeitsmarkt ankommen."
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Christine Scheel, spricht von einem "Scheitelpunkt". Zwar sei es schön, dass die Arbeitslosigkeit gesunken sei. "Aber wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es im nächsten Jahr eben wieder so sein wird, dass die Arbeitslosigkeit leider steigt", sagte Scheel bei n-tv. "Und deswegen müssen alle Vorkehrungen getroffen werden, um hier Schlimmes zu verhindern."
"Trotziges Zeichen der Zuversicht"
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) nannte den Rückgang der Zahl der Arbeitslosen trotz Krisenzeiten ein "trotziges Zeichen der Zuversicht". Es zeige sich jetzt, dass die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 greifen und der Arbeitsmarkt weiter "wetterfest" gemacht worden sei.
Scholz kündigte an, dass das Kurzarbeitergeld von derzeit 12 auf 18 Monate verlängert werde.