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Flugzeug in der Ukraine abgeschossen Willem-Alexander ist "tief bestürzt"

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Bilder von der Unglücksstelle zeigen, dass das Flugzeug in viele Einzelteile gerissen wurde.

(Foto: REUTERS)

Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes im Osten der Ukraine sind auch 154 Niederländer. König Willem-Alexander spricht den Angehörigen sein Beileid aus. Die EU fordert derweil eine internationale Untersuchung.

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Ein geschlossener Schalter von Malaysia Airlines auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam.

(Foto: AP)

Der niederländische König Willem-Alexander hat den Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen. "Ich bin tief bestürzt über die entsetzliche Nachricht vom Absturz des Fluges MH17", heißt es in einer Erklärung des Hofes.

An Bord waren laut dem Vizepräsidenten von Malaysian Airlines vier Deutsche, 154 Niederländer, 27 Australier, 23 Malaysier, 11 Indonesier, 6 Briten, 4 Belgier, 3 Philippiner und ein Kanadier. Offenbar hat keiner der 283 Passagiere und 15 Crewmitglieder den Absturz überlebt. "Es ist vieles noch undeutlich über den Hergang und die Umstände", sagte Justizminister Ivo Opstelten im niederländischen Fernsehen.

US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die Maschine von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Der Absturz sei "kein Unfall", die Maschine sei "vom Himmel geholt worden", sagte US-Vizepräsident Joe Biden nach Angaben des TV-Senders MSNBC. Die Agentur Interfax berichtet ebenfalls, das Flugzeug sei von einer Rakete des Flugabwehrsystems Buk getroffen worden.

"Wir fühlen sehr mit Angehörigen, Freunden, Kollegen und Bekannten der Opfer und mit all denjenigen, die noch im Ungewissen sind, ob ihre Nächsten an Bord der Maschine waren", heißt es in der Erklärung des niederländischen Königs weiter.

"Das versagt mir die Sprache"

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich entsetzt über den Flugzeugabsturz. Zudem forderte er eine internationale Untersuchung. "Dass Hunderte völlig Unbeteiligte auf diese furchtbare Weise ums Leben kommen, versagt mir die Sprache", sagte er bei einem Besuch in Mexiko-Stadt.

"Wir erwarten, dass alles getan wird, um den Vorfall schnellstens aufzuklären. Die Separatisten müssen den Rettungs- und Sicherheitskräften unverzüglich Zugang zur Absturzstelle gewähren und eine unabhängige, internationale Untersuchung unverzüglich anlaufen." Gleiches forderte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel.

Die USA sagten ihre Unterstützung bei der Aufklärung des Absturzes zu. "Die Vereinigten Staaten werden jede mögliche Hilfe anbieten, um festzustellen, was passiert ist und warum", sagte US-Präsident Barack Obama in Wilmington im Bundesstaat Delaware.

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Obama sagte der Ukraine Hilfe bei der Aufklärung des Unglücks zu.

(Foto: REUTERS)

"Es sieht aus, als ob es eine schreckliche Tragödie sein könnte", so der US-Präsident. Seine Sicherheitsberater seien in "engem Kontakt" mit den ukrainischen Stellen, sagte der US-Präsident. Ein Vertreter des ukrainischen Innenministeriums hatte zuvor erklärt, unter den Opfern seien 23 US-Amerikaner.

Der Absturz kam nach Angaben des Weißen Hauses bei einem Telefonat des US-Präsidenten mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zur Sprache, das sich eigentlich um die neuen Sanktionen des Westens gegen Moskau drehen sollte. Putin habe das Thema angesprochen, hieß es. Nach Angaben des Kreml erhielt der russische Präsident kurz vor dem Telefonat die Berichte von Fluglotsen zu dem Absturz und setzte Obama darüber in Kenntnis.

OSZE-Beobachter fahren zum Unglücksort

Großbritanniens Premierminister David Cameron zeigte sich bestürzt über den Absturz. "Ich bin schockiert und traurig", teilte er über Twitter mit. Londoner Regierungsbeamte verschiedener Ressorts kämen zusammen, um die Faktenlage zu klären, hieß es weiter.

Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) machten sich derweil auf den Weg zum Wrack. Nach dem Eintreffen des Teams in der Nähe der Ortschaft Grabowo sollen die Beobachter eine Einschätzung der Lage abgeben, berichteten Medien in der früheren Sowjetrepublik.

Die Linienmaschine von Malaysia Airlines war in einem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet der ostukrainischen Unruheregion Donezk abgestürzt. Am Absturzort befanden sich dutzende Leichen. Anzeichen für Überlebende gab es nicht. Russlands Präsident Putin gab der Ukraine die Schuld an dem Absturz. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko beschuldigte die Aufständischen, das Passagierflugzeug abgeschossen zu haben, und sprach von einem "Terrorakt". Die Separatisten machten hingegen die ukrainische Armee verantwortlich.

Der Osten der UkraineStepMap
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Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa

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