Politik

Neue Beweise in Texas aufgetaucht Wurde ein Unschuldiger hingerichtet?

Wegen Mordes wurde Cameron Todd Willingham 2004 hingerichtet. Das Urteil basierte auch auf der Aussage seines Zellengenossen. US-Medien berichten nun, dass der Staatsanwalt diesem einen Deal anbot, wenn er gegen Willingham aussagt.

In einem Hinrichtungsfall in Texas hat nach Medienberichten ein Staatsanwalt einen Handel mit einem Zeugen geschlossen, um den Angeklagten zu belasten. Darauf deute neues Beweismaterial hin, berichteten die "Washington Post" und die "Dallas Morning News" übereinstimmend.

Im Jahre 2004 wurde Cameron Todd Willingham wegen Mordes hingerichtet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er ein Feuer in seinem Haus legte, bei dem seine drei Töchter 1991 starben. Seine Verurteilung basierte zum Teil darauf, dass Willingham die Tat einem Zellengenossen gegenüber zugegeben haben soll.

Allerdings soll Mithäftling Johnny E. Webb im Zeugenstand gelogen haben, berichteten nun beide Blätter. Im Gegenzug habe sich der Staatsanwalt um eine Verkürzung seiner Haftstrafe wegen bewaffneten Raubüberfalls und um eine Überstellung an eine Haftanstalt in der Nähe seiner Heimatstadt bemüht. Dies gehe aus Interviews mit Webb und aus Gerichtsdokumenten hervor, heißt es.

Seit Jahren kritisieren Hinrichtungsgegner vom "Innocence Project", dass im Fall Willingham möglicherweise ein Unschuldiger exekutiert wurde. Diese Theorie erhält durch das neue Beweismaterial Auftrieb.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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