Politik

Polizei in Ferguson greift durch Zwei Menschen durch Schüsse verletzt

In der Kleinstadt Ferguson im US-Bundesstaat Missouri brodelt es nach dem Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown weiter. Die Polizei greift hart durch, zwei Menschen werden von Kugeln getroffen. Auch deutsche Journalisten werden festgenommen.

Bei den neuerlichen Ausschreitungen in der US-Stadt Ferguson sind zwei Menschen durch Schüsse von Demonstranten verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, setzten ihre Beamten bei den nächtlichen Zusammenstößen selbst Tränengas, aber keine Schusswaffen ein. Demnach wurden bei den Unruhen in dem Vorort der Millionenstadt St. Louis 31 Menschen festgenommen. Einige der etwa 200 Demonstranten stammten aus weit entfernten Regionen wie New York oder Kalifornien. Vier Polizisten seien durch Wurfgeschosse verletzt worden. Der Zustand der beiden durch Schüsse Verletzten ist noch unklar.

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Es gibt zahlreiche Festnahmen.

(Foto: AP)

Journalisten kommentierten, das Vorgehen der hochgerüsteten Polizei erinnere an Kriegstaktik. Die Nationalgarde ist zur Unterstützung der Ordnungshüter angerückt. US-Präsident Barack Obama sagte zum Vorgehen der Ordnungshüter: "Es gibt keine Entschuldigung für unverhältnismäßige Härte der Polizei." Er kündigte an, dass Justizminister Eric Holder Ferguson am Mittwoch besuchen werde, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Anwohner rief er dazu auf, friedlich zu bleiben. Das Justizministerium und das FBI ermitteln derzeit, wie es zum Tod Michael Browns kam.

Deutsche Journalisten festgenommen

Bei der Berichterstattung über die Proteste wurden drei deutsche Journalisten vorübergehend von der Polizei festgenommen. Laut einem Bericht der "Welt" wurden Ansgar Graw und Frank Herrmann am Montag in Handschellen abgeführt und ins Gefängnis gebracht. Drei Stunden später wurden sie freigelassen. Hintergrund der Festnahme soll dem Bericht zufolge eine Aufforderung der Polizei gewesen sein, auf einer fast menschenleeren Straße nicht stehenzubleiben. Die beiden Deutschen versicherten, der Aufforderung gefolgt zu sein. Die "Bild"-Zeitung meldete die Festnahme ihres Reporters Lukas Hermsmeier. Dem Blatt zufolge soll der 26-Jährige in das Gefängnis von St. Louis gebracht werden.

Missouris Gouverneur Jay Nixon hatte die Nationalgarde nach Ferguson gerufen, um der Polizei zu helfen, Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Danach war die Lage in der Stadt unweit der Metropole St. Louis als ruhig, aber sehr angespannt beschrieben worden. Demonstranten waren am Montagabend friedlich auf- und abgegangen. Die Polizei hatte vorgeschrieben, dass Demonstranten in Bewegung bleiben, ansonsten drohten Festnahmen wegen Zusammenrottung.

Seit den tödlichen Schüssen auf den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown vor zehn Tagen ist es in Ferguson immer wieder zu Protesten und Unruhen gekommen.

Quelle: n-tv.de, wne/nsc/dpa/AFP

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