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GTZ, DED und InwentDie drei großen Hilfsorganisationen

24.03.2010, 14:19 Uhr
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Die Zentrale der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn bei Frankfurt. (Foto: picture alliance / dpa)

Aus drei bestehenden bundeseigenen Hilfsorganisationen soll eine einzige große Entwicklungsagentur werden. Betroffen von der Reform sind die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die Bildungsagentur Inwent.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will die deutsche Entwicklungshilfe völlig neu ordnen. Aus drei bestehenden bundeseigenen Hilfsorganisationen soll eine einzige große Entwicklungsagentur werden. Von der Reform betroffen sind die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die Bildungsagentur Inwent.

Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)

Die GTZ ist ein Bundesunternehmen mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt am Main. Sie wurde 1975 als privatwirtschaftliches Unternehmen gegründet. Ihr Hauptauftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Darüber hinaus ist sie tätig für andere Bundesressorts, für Regierungen anderer Länder, für internationale Auftraggeber wie die Europäische Kommission, die Vereinten Nationen oder die Weltbank sowie für Unternehmen der privaten Wirtschaft. Die GTZ nimmt ihre Aufgaben eigenen Angaben zufolge gemeinnützig wahr. Überschüsse werden demnach ausschließlich wieder für eigene Projekte verwendet.

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Bundeswehrsoldaten bilden afghanische Soldaten aus. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die GTZ ist in mehr als 130 Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas, in den Regionen Mittelmeer und Mittlerer Osten sowie Europa, Kaukasus und Zentralasien tätig. In 87 Ländern ist sie mit eigenen Büros vertreten. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 14.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; davon sind etwa 11.200 einheimische Kräfte. In der Zentrale in Eschborn und an weiteren Standorten in Deutschland arbeiten rund 1.800 Personen.

Ihre Kernkompetenz sieht das Unternehmen im Capacity Development. "Capacity" ist die Fähigkeit von Menschen, Organisationen und Gesellschaften, Entwicklung nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört, Probleme zu erkennen, Lösungsstrategien zu entwickeln und diese erfolgreich umzusetzen. Die GTZ unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer beim Aufbau dieser Kompetenzen und bei den damit verbundenen Lern- und Veränderungsprozessen.

Deutscher Entwicklungsdienst (DED)

Der Deutsche Entwicklungsdienst, kurz DED, ist eine 1963 gegründete gemeinnützige Gesellschaft, die im Bereich der personellen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland tätig ist. Dem DED zufolge haben sich bislang rund 16.000 Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer dafür eingesetzt, die Lebensbedingungen von Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu verbessern.

Gegenwärtig sind rund 1.200 Fachkräfte in 47 Ländern tätig. Der DED stellt eigenen Angaben zufolge in Entwicklungsländern berufserfahrene Fachkräfte zur Mitarbeit in ihren Programmen und Projekten im staatlichen und privaten Bereich zur Verfügung. Er fördert die Arbeit entwicklungsrelevanter Organisationen in Entwicklungsländern durch fachliche Beratung und den Aufbau lokaler Selbsthilfegruppen und er führt Aufgaben des Zivilen Friedensdienstes durch.

Der DED organisiert zudem die Entsendung von deutschen Entwicklungshelfern für den Freiwilligen Dienst der Vereinten Nationen. Seine Mitarbeit erstreckt sich insbesondere auf die Programmbereiche Landwirtschaft und Ressourcensicherung, technisch-handwerkliche Berufsausbildung, Kleingewerbe, Management und Verwaltung, Gesundheitswesen sowie Gemeinwesen/Sozialarbeit.

Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (Inwent):

Die Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (Inwent) ist eine 2002 durch Zusammenschluss der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) und der Carl-Duisberg-Gesellschaft e.V. (CDG) entstandene Organisation für Personal- und Organisationsentwicklung in der internationalen Zusammenarbeit.

Ihre Aufgabe sieht die Organisation in der Qualifizierung von Fach- und Führungskräften, ihrer Institutionen und der übergeordneten politischen Ebene für eine nachhaltige und global gerechte Entwicklung. Inwent ist dazu weltweit tätig und arbeitet mit Partnern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft am Aufbau internationaler Lerngemeinschaften. Inwent veranstaltet Seminare, Dialogveranstaltungen und E-Learningkurse, die nach Angaben der Organisation von jährlich etwa 55.000 Personen besucht werden.

Die etwa 820 Beschäftigten von Inwent arbeiten an 30 Standorten im In- und Ausland. In der Inwent-Zentrale in Bonn sind etwa 500 Mitarbeiter tätig. Der Umsatz betrug im Jahr 2008 rund 136 Mio. Euro.

Quelle: Zusammengestellt von Diana Sierpinski

Entwicklungshilfeministerium