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Sieben Minuten UnterschiedRüdiger Hoffmann erklärt NRW

07.05.2010, 09:48 Uhr

Westfalen und Rheinländer - die könnten verschiedener nicht sein. Passen die überhaupt in ein Bundesland? "Eigentlich nicht", sagt der Comedian Rüdiger Hoffmann.

Nordrhein-Westfalen wählt. Wen, das wird sich am Sonntag zeigen. Aber wer wählt da überhaupt? Der Zusammenschluss der preußischen Provinz Westfalen mit dem nördlichen Rheinland und dem Fürstentum Lippe. Also unter anderem Rheinländer und Westfalen. Und die könnten verschiedener nicht sein. Passen die überhaupt in ein Bundesland? "Eigentlich nicht", sagt der Comedian Rüdiger Hoffmann.

n-tv.de: Mit dem Kölner Jürgen Becker sind Sie vor vielen Jahren gemeinsam aufgetreten. Ein Westfale und ein Rheinländer, Titel: "Es ist furchtbar, aber es geht". Was sagt uns das für die Landtagswahl?

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"Wenn der Westfale anfängt, ansatzweise lustig zu werden, liegt der Rüttgers schon längst besoffen unterm Tisch." (Foto: picture alliance / dpa)

Rüdiger Hoffmann: Ich weiß nicht, was es uns für die Landtagswahl sagt, aber ich kann mir Jürgen Becker sehr gut als Landesvater vorstellen. Das würde ich ihm wirklich wünschen! Dann müsste er von seinem geliebten Köln nach Düsseldorf ziehen (lacht).

Sie kommen aus Paderborn, sind also Ostwestfale. Waren Sie schon in Bielefeld? Hartnäckig hält sich das Gerücht, es gebe die Stadt gar nicht.

Das Gerücht wurde von Münsteranern in die Welt gesetzt. Die Paderborner und Bielefelder verstehen sich sehr gut. Vereint durch den alten Spruch: Gott erschuf in seinem Zorn / Bielefeld und Paderborn.

Heute leben Sie in Bonn. Sind Ihnen die Rheinländer nicht viel zu schnell, viel zu kommunikativ und viel zu gut gelaunt? Oder sind das alles nur Klischees?

So richtig kommunikativ sind die Rheinländer ja erst im Karneval, und damit ich dieses Jahr dem Event entfliehe, habe ich mir extra am 11.11. die Padernhalle angemietet. Und dann feiern wir Paderborner auf unsere Art Karneval. Dann wird auch gerne mal mit Konfetti und Luftschlangen gearbeitet und im Anschluss wieder nach Farben fürs nächste Jahr sortiert. Das wird ein Spaß!

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Das Dreihasenfenster am Paderborner Dom: Für Hoffmann besser als die Eifel. (Foto: Zefram/Wikipedia)

Was vermissen Sie im Rheinland am meisten an Ihrer Heimat?

Einfach nur die Stille.

Derzeit touren Sie durch Deutschland. Lachen die Menschen in Köln oder Münster an anderen Stellen als die in Göppingen oder Pforzheim? Gibt es einen nordrhein-westfälischen Humor?

Ja, und der ist sehr trocken, hinterhältig und böse. Der Unterschied ist, dass die Menschen in Göppingen mit einem württembergischen Akzent lachen, aber ansonsten kommt das Programm überall gleich gut an.

Der Rheinländer Jürgen Rüttgers hat bei seiner Karnevalsrede in Aachen gesagt, er sei "immer wieder erstaunt, wie viel die Westfalen saufen können, ohne lustig zu werden". Kann so ein Mann Ministerpräsident aller Menschen in Nordrhein-Westfalen sein?

Wenn der Westfale anfängt, ansatzweise lustig zu werden, liegt der Rüttgers schon längst besoffen unterm Tisch.

Was gefällt Ihnen am besten an Nordrhein-Westfalen? Die Eifel? Pumpernickel? Die Trinkhallen im Ruhrgebiet?

Das Paderborner Hasenfenster!

Was ist so toll am Hasenfenster?

Die Hasen.

Was gefällt Ihnen am wenigsten? Der Regen? Düsseldorf? Kölsch?

Für einen Westfalen ist Kölsch kein Bier, sondern eher ein Mädchen-Gesöff. Da lobe ich mir das gute westfälische Sieben-Minuten-Pils. Das zeigt eigentlich am besten den Unterschied zwischen Rheinländern und Westfalen.

Sie sind zu Besuch in Bayern oder in Mecklenburg und werden gefragt, was typisch ist für Ihre Heimat. Was antworten Sie?

Unsere Ausgelassenheit und unser herzliches Temperament!

Mit Rüdiger Hoffmann sprachen der Rheinländer Roland Peters und der Westfale Hubertus Volmer