Pressestimmen

Mord an Mirco "Warum bleibt unverständlich"

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(Foto: dpa)

Fünf Monate nach dem Verschwinden des 10-jährigen Mirco im niederrheinischen Grefrath kann die Polizei ihre Suche mit einer Verhaftung eines dringend Tatverdächtigen, aber auch mit einer traurigen Gewissheit abschließen: Der Junge ist tot. Doch der Beharrlichkeit und der Akribie der Ermittler ist es zu verdanken, dass das Unrecht besiegt wird - ein winziger Trost für die Familie.

Zwar sind "Beharrlichkeit, kriminalistische Kleinarbeit, Akribie bei der Suche nach dem kleinen Jungen (…) belohnt worden", schreibt der Mannheimer Morgen, doch koche nun Wut und eine Frage "in uns allen noch einmal hoch": "Warum (ist) ein Familienvater zu einer solchen Sexualtat fähig (…)?" Eine Antwort darauf werde es leider auch diesmal nicht geben, urteilt das Blatt und fragt auch nach Mircos Eltern. "Schwer vorstellbar, dass sie jemals wieder glücklich werden. Aber immerhin wissen sie nun, was passiert ist und können sich vom Leichnam ihres Sohnes verabschieden. Ein winziger Trost."

Auch die Heilbronner Stimme widmet ihren Kommentar den Eltern und Verwandten von Mirco. Für sie beginne "erst jetzt der schlimmste Abschnitt ihres Lebens. Bis gestern haben sie sich an jedes neue Ermittlungsergebnis geklammert. Denn die Hoffnung, einen geliebten Menschen, erst recht sein Kind wieder freudestrahlend in die Arme zu schließen, stirbt zuletzt." Doch die schlimmsten Vermutungen haben sich in eine traurige Gewissheit gewandelt: "Der Junge ist tot." Mircos Familie müsse versuchen, damit zu leben und auch damit, "dass das Warum für sie stets unverständlich bleibt. Der Beharrlichkeit der Beamten ist es jedoch zu verdanken, dass dieser Fall auch nach knapp fünf Monaten mit der Verhaftung eines dringend Tatverdächtigen endet. Es wurde klar, dass das Zusammenspiel der Polizei mit der Bevölkerung wertvoll ist."

Die Beharrlichkeit der Polizei stellt auch der Nordbayerischer Kurier heraus: "Zum Leid von Mircos Eltern wäre immerwährend quälende Ungewissheit um das Schicksal ihres Sohnes gekommen, hätte die Polizei aufgegeben, als es aussichtslos schien, den Täter noch zu finden." Die Suchtrupps und die Einwohner in Grefrath und Umgebung haben Mircos Familie nicht im Stich gelassen, "sondern alles getan, um zu helfen. Wenn es nach diesem erschütternden Verbrechen überhaupt einen winzigen Trost gibt, dann ist es dieses Zusammenrücken in tiefster Verzweiflung die Mitmenschlichkeit angesichts des Bösen." Die Polizei sende dabei ein wichtiges Signal: "Verbrecher dürfen nicht glauben, sich in Sicherheit wiegen zu dürfen, selbst wenn sie kaum Spuren hinterlassen haben."

Ähnliche Töne schlägt der Südkurier an: "Der grausame Entdeckung sendet eine Botschaft aus: Wer Taten dieser Größenordnung begeht, wird irgendwann auch gestellt. Dabei war die Arbeit der 65 Köpfe starken Soko gewaltig und immer wieder vom Scheitern bedroht. Hunderte von Autos wurden durchsucht und Unschuldigen peinliche Fragen gestellt, die Täter hätten sein können. Doch blieb den Ermittlern keine Wahl: Sie setzen die Teile des lückenhaften Puzzles so lange zusammen, bis sie passten. Das war mühsam, wie der gesamte Rechtsstaat viel Mühe macht. Dennoch lohnte sich die Arbeit. Es ist ein Sieg über das Unrecht. Jeden potenziellen Täter dürfte das Lehrstück der Kriminalisten abschrecken."

Quelle: ntv.de, Zusammengestellt von Julia Kreutziger