Baden-WürttembergAfD-Oppositionsführer nennt Özdemir "Illusionskünstler"

Plakate mit Mini-Logo und ohne Parteinamen: Im Wahlkampf grenzte sich Cem Özdemir maximal von den Grünen ab - mit Erfolg. Der neue Oppositionsführer im Landtag kritisiert das scharf.
Stuttgart (dpa/lsw) - Der neue Oppositionsführer im baden-württembergischen Landtag, der AfD-Fraktionschef Martin Rothweiler, hat Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) als "Illusionskünstler" bezeichnet. Viele Bürger hätten nicht die Grünen gewählt, sondern einen scheinbar parteilosen Kandidaten, der den Namen seiner Partei nicht auf seinen Plakaten erwähnt habe.
"Mit der Agilität eines Illusionskünstlers" sei es Özdemir gelungen, den Wählern das vorzutragen, was gerne gesehen und gehört werde, sagte Rothweiler. Der neue Ministerpräsident spreche von Wirtschaft, Verlässlichkeit und Ordnung, verberge dabei aber seine Partei, die die Wirtschaft mit immer neuen Vorschriften belaste und den Sozialstaat ruiniere, so der AfD-Fraktionschef.
Die AfD-Fraktion ist im neuen Landtag die stärkste Oppositionsfraktion. Die Partei erreichte bei der Wahl 18,8 Prozent und verdoppelte ihr Ergebnis damit fast. Sie kommt auf 35 Mandate. Die SPD kommt nur auf 10 Sitze im Parlament. Die grün-schwarze Regierungskoalition hat im Parlament eine Zweitdrittel-Mehrheit.