Berlin & BrandenburgBerlin muss schneller Straßenbäume pflanzen

Alle 15 Meter ein Straßenbaum: Ein neues Gesetz sieht einen erheblichen Umbau der Stadt vor, um Berlin bis 2040 an den Klimawandel anzupassen. Doch auch kurzfristig ist einiges zu tun.
Berlin (dpa/bb) - Berlin muss beim Pflanzen neuer Straßenbäume einen Zahn zulegen, um die Vorgaben des Klimaanpassungsgesetzes zu erfüllen. Der Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Andreas Kraus, sagte, er gehe davon aus, dass bis Ende 2027 etwa 5.000 Bäume nachgepflanzt werden müssten. Das wären etwa 2.500 pro Jahr. Zum Vergleich: Bisher wurden im Durchschnitt etwa 1.200 Straßenbäume jährlich neu gepflanzt.
"Ambitioniertes Ziel"
Laut dem im November auf Betreiben einer Bürgerinitiative beschlossenen Klimaanpassungsgesetz, das auch als Baumgesetz bezeichnet wird, muss der Bestand an Straßenbäumen bis Ende 2027 bei 440.000 liegen. Kraus zufolge waren es Stand Ende 2025 zwar bereits 439.328. Allerdings sei damit zu rechnen, dass in diesem und im nächsten Jahr jeweils um die 2.000 Bäume wegen Klima- oder sonstigen Schäden wegfallen.
Das Ziel, dennoch auf 440.000 zu kommen, sei "ambitioniert, aber machbar", so Kraus. Erreicht werden soll es nach seinen Worten durch ein "Schnellläufer-Programm" für Bäume.
Alle 15 Meter ein Straßenbaum
Das Klimaanpassungsgesetz hat zum Ziel, Berlin bis 2040 fit zu machen, damit Menschen auch in Zeiten der Erderwärmung und heißerer Sommer hier noch gut leben können. Bis dahin soll entlang von Straßen durchschnittlich alle 15 Meter ein Baum stehen. Nach Berechnungen der Umweltverwaltung wären das 750.000 Straßenbäume. Die Bürgerinitiative "BaumEntscheid", die das Gesetz angeschoben hatte, geht von bis zu einer Million aus.
Als weitere Maßnahmen sieht das Gesetz unter anderem mehr Grünflächen, mehr Regenwassermanagement und verbindliche Hitzeaktionspläne vor. Geplant sind auch die Entsiegelung von Flächen und mehr Grün an Hausfassaden. Die Umweltverwaltung spricht von einem hochkomplexen Generationenprojekt.
Erste Umsetzungsschritte
Als ersten Schritt zur Umsetzung hatte der Berliner Senat am Dienstag einen wissenschaftlichen Beirat Klimaanpassung und einen Steuerungskreis eingerichtet. Im Juni will der Senat nach Angaben von Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) einen umfangreichen Umsetzungsplan beschließen - einen Monat später als im Gesetz vorgegeben.
Darin sollen zahlreiche Vorhaben festgelegt werden, etwa der Aufbau eines digitalen Systems, um Umbauplanungen im Zuge des Gesetzes mit anderen Bauplanungen etwa beim Wasser-, Wärme- oder Stromnetz zu verzahnen. In der Stadt werde es viele neu Baustellen geben, so Bonde. Wichtig sei, dass eine Straße nur einmal aufgerissen werde, um verschiedene Bauvorhaben gleichzeitig und koordiniert umzusetzen.