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Baden-WürttembergBitcoin-Erbe unterschlagen? Verdacht auf Steuerhinterziehung

25.03.2026, 15:36 Uhr
Verdacht-der-Geldwaesche-und-Steuerhinterziehung-bei-Erbschaft

Krypto-Erbe verschwunden, Ermittler durchsuchen Wohnungen: Wie drei Verdächtige angeblich Millionen verschleierten – und was die Ermittler jetzt alles sichergestellt haben.

Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe von Kryptowährungen haben Ermittler mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Baden-Württemberg und Hessen durchsucht. Zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 44 und 46 Jahren sollen nach einem Erbfall Bitcoin und andere digitale Währungen einer Erbschaft entzogen und anschließend verschleiert haben, wie die Taskforce Finanzkriminalität Baden-Württemberg (TafF BW) in Stuttgart mitteilte.

Durchsuchungen gab es in den Landkreisen Freudenstadt, Ludwigsburg und Esslingen, sowie in Frankfurt am Main. Dabei wurden Kryptowährungen in digitalen Geldbörsen im Wert von rund 64 Millionen Euro, mehrere hochwertige Autos und Motorräder, diverse teure Uhren und Bargeld sowie eine Vielzahl elektronischer Geräte, Speichermedien und Geschäftsunterlagen beschlagnahmt. Die Datenträger werden nun ausgewertet.

Geldwäschemeldung der Börse Stuttgart

Die Frau soll nach dem Tod eines engen Verwandten eine zur Erbmasse gehörende digitale Geldbörse und die darin verwahrten Kryptowährungen an sich genommen und nicht versteuert haben. Der Verstorbene habe überwiegend durch den Handel mit Kryptowerten ein erhebliches Vermögen aufgebaut. Die beiden Männer sollen der Frau bei der Verschleierung der Herkunft unterstützt haben. Im Gegenzug hätten sie jeweils Kryptowerte in Millionenhöhe erhalten.

Die Ermittlungen wurden durch eine Geldwäscheverdachtsmeldung der Börse Stuttgart ausgelöst. Das Trio befindet sich auf freiem Fuß. Haftbefehle wurden nicht beantragt.

Die Taskforce Finanzkriminalität Baden-Württemberg (TafF BW) ist eine ressortübergreifende Ermittlungseinheit. Bei ihr arbeiten aktuell 30 Personen, zusammengesetzt aus sechs Mitarbeitern der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart, 13 Personen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und elf Personen der Steuerfahndung Stuttgart.

Insgesamt sollen es einmal 44 Beschäftigte werden. Im Bereich der Auswerte- und Analyseprojekte wurden seit Anfang Juli 2025 etwa 130 Ermittlungsverfahren geführt. Hinzu kommen einige laufende Geldwäscheverfahren von herausgehobener Bedeutung, wie die Behörden weiter mitteilten.

Quelle: dpa

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