Baden-WürttembergWüstenrot & Württembergische steigert Gewinn deutlich

Das Unternehmen übertrifft beim Gewinn die Erwartungen – dank günstigerer Schadenentwicklung und gutem Bauspargeschäft.
Kornwestheim (dpa/lsw) - Wegen eines deutlich günstigeren Schadensverlaufs im Versicherungsgeschäft hat der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) seinen Gewinn wie erwartet deutlich gesteigert. Der Überschuss sei 2025 von 35 Millionen Euro im Vorjahr auf 121 Millionen Euro gestiegen, teilte Vorstandschef Jürgen Junker in Kornwestheim bei Stuttgart mit. Es sei ein eindeutig starkes Ergebnis erzielt worden. "Wir sind damit nach dem durch Unwetterereignisse belasteten Jahr 2024 zurück auf unserem nachhaltigen Kurs."
Damit erfüllte das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen die Erwartungen der Experten und die eigene Zielsetzung eines deutlich höheren Gewinns. Für das laufende Jahr stellte das Unternehmen "trotz schwieriger Rahmenbedingungen" einen Gewinn zwischen 120 Millionen und 150 Millionen Euro in Aussicht. Finanzfachleute hatten eine höhere Jahresprognose erwartet. Die Dividende bleibt mit 0,65 Euro auf dem Niveau des Vorjahres.
Junker bekräftigte die langfristige Prognose. "Bis spätestens 2030 streben wir wieder einen Konzernüberschuss in einer Bandbreite zwischen 220 bis 250 Millionen an."
Die zweitgrößte private Bausparkasse Wüstenrot legte im vergangenen Jahr beim Brutto-Neugeschäft nach Bausparsumme auf 11,07 Milliarden Euro zu. Im Vorjahr waren es noch 10,99 Milliarden Euro. Wüstenrot habe damit sein Bausparvolumen gegen den Markttrend steigern und seinen Marktanteil deutlich auf knapp 18 Prozent ausbauen können. Der Bestand der Baudarlehen legte 2025 um rund sechs Prozent auf 30,1 Milliarden Euro zu.
Versicherungsgeschäft legt zu
Junker sagte, dass Interesse am Bausparen bei den jungen Leuten nehme zu. Er verwies darauf, dass der Wunsch nach Wohneigentum weiterhin hoch sei. "Ich denke, dass auch wieder viele Menschen nun ihre Anschlussfinanzierungen über Bausparverträge regeln, wenn ihre Verträge aus der Niedrigzinsphase auslaufen werden."
Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung profitierte der Finanzkonzern von einem guten Neu- und Ersatzgeschäft. Es legte um 8,3 Prozent auf 472 Millionen Euro zu. Vor allem die Bereiche Kraftfahrt und Privatkunden trugen dazu mit einem Plus von jeweils mehr als 9 Prozent bei. Im Bereich Lebens- und Krankversicherung verzeichnete das Unternehmen gleichfalls Zuwächse.
Im Gesamtkonzern arbeiten rund 13.000 Männer und Frauen im Innen- und Außendienst. Am Stammsitz in Kornwestheim sind rund 5.600 Menschen beschäftigt. Junker kündigte zugleich einen noch stärkeren Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in dem Finanzkonzern an. Dies sei eine Chance. Er sehe KI "nicht als Jobkiller". Die IT-Investitionen im Konzern betragen 2026 rund 150 Millionen Euro. KI werde daran einen wachsenden Anteil haben.