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Baden-WürttembergMittelstandsvereinigung relativiert Kritik an Hagel

27.03.2026, 12:44 Uhr
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Einen Tag nach der heftigen Kritik an der Parteiführung versucht sich die CDU-Mittelstandsvereinigung in Schadensbegrenzung. Die Kritik sei nicht persönlich gegen Landeschef Hagel gerichtet gewesen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach dem Frontalangriff auf CDU-Landeschef Manuel Hagel und dessen Wahlkampagne hat die CDU-Mittelstandsvereinigung ihre Kritik relativiert. Die kritischen Anmerkungen hätten sich klar gegen die strategische Ausrichtung und organisatorische Umsetzung des Wahlkampfs gerichtet, teilte die Mittelstandvereinigung mit. "In diesem Zusammenhang betrifft sie auch die Art der Darstellung der Person Manuel Hagels, jedoch ausdrücklich nicht ihn persönlich."

Die kritische Aufarbeitung eines Wahlkampfs sei kein Zeichen von Unstimmigkeit, sondern "Ausdruck politischer Verantwortung", heißt es in der Mitteilung weiter. "Die vorgebrachte Kritik – insbesondere auch mit Blick auf Defizite in der Digitalstrategie – ist berechtigt und notwendig." Ein offener und transparenter Diskurs sei unverzichtbar, wenn aus Wahlergebnissen die richtigen Schlüsse gezogen werden sollten.

Stehen an der Seite der CDU

Die Mittelstandsvereinigung (MIT) stehe an der Seite der CDU und werde die Sondierungsgespräche konstruktiv begleiten, teilte die Vereinigung mit. "Zugleich unterstreicht sie: Wer die Wahlergebnisse ernst nimmt, muss eine bürgerliche, wirtschaftsfreundliche und mittelstandsorientierte Politik zur Grundlage der weiteren Verhandlungen machen."

MIT-Landeschef Bastian Atzger hatte Hagel und die CDU-Kampagne zuvor heftig kritisiert - und das in der kritischen Phase der Sondierungsgespräche mit den Grünen. Atzger wirft Hagel in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der Mittelstands- und Wirtschaftsunion einen "schlecht geplanten und ungeschickt ausgeführten Wahlkampf" vor. Atzer hatte die Kampagne als "Fahrt im Schlafwagen" bezeichnet und Hagels "unbeholfene Reaktion" auf das "Rehaugen-Video" kritisiert, welches Polit- und Kommunikationsprofis schnell abgeräumt hätten. Charismatische Führungsstärke lasse sich nicht simulieren, so Atzger in seiner Analyse. Zunächst hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" berichtet.

Hagel hatte sich zu den Vorwürfen nicht äußern wollen. Der CDU-Sozialflügel, die Junge Union und die Frauen Union waren dem CDU-Landeschef allerdings beigesprungen.

Quelle: dpa

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