Baden-WürttembergHeidelberger Druck setzt auf Produktion im günstigen Ausland

Der Maschinenbauer will profitabler werden und spart nach eigenen Angaben deswegen in Deutschland. Er setzt zudem stärker auf die Rüstungsindustrie.
Heidelberg (dpa/lsw) - Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen will im laufenden Geschäftsjahr 2026/2027 wieder deutlich profitabler werden. Dazu beitragen soll ein Sparprogramm, aber auch die Verlagerung eines Teils der Produktion ins günstigere Ausland, wie der Konzern mit Hauptsitz in Wiesloch-Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) mitteilte. Zudem setzt das Unternehmen stärker auf die Rüstungsindustrie.
Der Umsatz soll den Angaben nach im laufenden Geschäftsjahr auf dem Vorjahresniveau verharren, nachdem er im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 2,29 Milliarden Euro gestiegen war. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Mai vorläufige Jahreszahlen vorgelegt, die nun bestätigt wurden.
Personalabbau läuft schon seit längerem
Zur Kostensenkung verlagerte das Unternehmen nach eigenen Angaben die Produktion seiner meistverkauften Druckmaschine vollständig nach China. Zudem entstand ein Standort in Nordmazedonien, an dem einzelne Produktgruppen günstiger gefertigt werden sollen.
Auch ein Personalabbau in deutschen Standorten läuft schon seit längerem. Der Maschinenbauer erwartet dadurch niedrigere Personalkosten und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. Bereits 2024 hatte Heidelberger Druck angekündigt, am Standort Wiesloch-Walldorf 450 von damals 4.000 Stellen sozialverträglich abzubauen. Derzeit sind laut Unternehmen am Hauptsitz rund 3.800 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit rund 9.100.
Ausbau im Rüstungsbereich
Wegen der Digitalisierung steht das traditionelle Druckmaschinengeschäft seit Jahren unter Druck. Der Konzern hat sich daher ein Standbein mit Ladeboxen für Elektrofahrzeuge aufgebaut und rückt nun in den Rüstungsbereich vor. Im März kündigte Heidelberger Druck dazu die Gründung eines Joint-Ventures mit dem US-amerikanisch-israelischen Verteidigungssystem-Hersteller Ondas Autonomous Systems an.
Das Gemeinschaftsunternehmen Onberg entwickelt und betreibt autonome Systeme zur Drohnenabwehr. Noch in dieser Woche soll auf der Messe ILA in Berlin eine Absichtserklärung zu einer potenziellen Zusammenarbeit mit einem ukrainischen Unternehmen im Drohnenumfeld veröffentlicht werden, hieß es weiter.