SachsenSachsen will bei Windkraftausbau deutlich aufholen

Der Freistaat hinkt beim Ausbau der Windkraft hinterher. Nun steigt die Zahl der Genehmigungen deutlich. Doch Sachsen muss ehrgeizige Flächenziele des Bundes erfüllen.
Dresden (dpa/sn) - Sachsen will beim Ausbau der Windenergie deutlich aufholen. Wie das Energieministerium mitteilte, befinden sich derzeit 139 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 882 Megawatt im Genehmigungsverfahren. In den kommenden Jahren sei daher mit einem spürbaren Zuwachs bei der Stromerzeugung aus Windkraft zu rechnen.
Anlass ist ein Treffen der Bund-Länder-Initiative Windenergie in Dresden. Zu der zweitägigen Sitzung kommen rund 40 Fachleute von Bund, Ländern und Bundesbehörden zusammen. Sie beraten unter anderem darüber, wie Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und Hindernisse beim Ausbau der Windenergie abgebaut werden können.
Sachsen sieht weiter Nachholbedarf
Sachsens Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter sieht weiterhin großen Nachholbedarf. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden", sagte der SPD-Politiker. Derzeit seien im Freistaat lediglich 0,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie genutzt oder ausgewiesen.
Gleichzeitig verwies Panter auf Fortschritte bei den Genehmigungen. Allein im ersten Quartal 2026 seien neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 211 Megawatt genehmigt worden. Das sei mehr als im gesamten Jahr 2025 mit 210 Megawatt.
Bund setzt verbindliche Flächenziele
Hintergrund sind bundesweite Vorgaben für den Ausbau der Windenergie. Bis 2027 sollen in Sachsen 1,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie ausgewiesen werden, bis 2032 zwei Prozent. Werden diese Ziele verfehlt, könnten Windkraftanlagen nach geltendem Bundesrecht künftig deutlich leichter im Außenbereich genehmigt werden.
Panter betonte zugleich die Bedeutung der Akzeptanz vor Ort. "Natürlich soll niemand künftig von Windrädern umzingelt werden. Die Interessen der Anwohner dürfen wir nicht aus den Augen verlieren." Es gehe nicht um Tempo um jeden Preis, sagte der Minister. Gemeinden würden deshalb über ein Landesgesetz an den Erträgen von Wind- und Solarparks beteiligt. Dadurch solle ein Teil der Wertschöpfung in den betroffenen Regionen bleiben.