Baden-WürttembergMann soll Kindesmissbrauch per Livestream beauftragt haben

Ein Fall, der fassungslos macht: Ein Mann soll sexuellen Missbrauch von Kindern beauftragt und über Livestreams mitverfolgt haben. Ermittler werfen ihm vor, die Täter sogar angeleitet zu haben.
Karlsruhe (dpa/lsw) - Ein Mann aus dem Ostalbkreis steht im Verdacht, den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen im Internet in Auftrag gegeben, live mitverfolgt und aktiv angeleitet zu haben. Wie das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg in Karlsruhe mitteilte, wurde der Verdächtige nach einer Hausdurchsuchung am 5. Februar festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft – unter anderem wegen des Verdachts der Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch in kinderpornografischer Absicht.
Missbrauch live mitverfolgt und angeleitet
Laut Ermittlern sind dem Mann mindestens zwei Taten aus den Jahren 2025 und 2026 zuzurechnen. Sie fallen in den Bereich des sogenannten Live Distance Child Abuse – einer besonders perfiden Form der sexuellen Gewalt, bei der der Missbrauch in Echtzeit gegen Bezahlung gestreamt wird.
Dabei reichen die vor der Webcam ausgeführten Aktionen von einfachem Posing über eine vom Minderjährigen durchgeführte Masturbation bis hin zu schweren sexuellen Übergriffen durch Dritte oder sadistischen Handlungen. Der Konsument kann alles live sehen, hören und sogar Anweisungen geben. Welche konkreten Handlungen im aktuellen Fall passiert sind, müssen die Ermittler noch klären.