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Baden-WürttembergReferendare protestieren gegen Ferien-Arbeitslosigkeit

30.07.2026, 16:01 Uhr
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(Foto: Franziska Kraufmann/dpa)

Es ist ein Dauerbrenner: Sollten angehende Lehrkräfte vor ihrer ersten Stelle auch schon in den Ferien bezahlt werden? Das sagt die Gewerkschaft - und das plant die Landesregierung.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Bildungsgewerkschaft GEW hat die Landesregierung erneut aufgefordert, fertig ausgebildete Lehrkräfte auch über die Sommerferien zu bezahlen. Das Land stehe im Wort, die "unwürdige und bundesweit einmalige Sommerferienarbeitslosigkeit" mit dem nächsten Haushaltsplan zu beenden, sagte GEW-Chefin Monika Stein einer Mitteilung zufolge.

Nach Schätzung der Gewerkschaft und des Kultusministeriums sind von der mehrwöchigen Arbeitslosigkeit im Südwesten rund 4.000 Referendarinnen und Referendare betroffen. Diese haben zum Ende des Schuljahres ihre Ausbildung abgeschlossen und werden laut Gewerkschaft dann zum neuen Schuljahr als Lehrkräfte eingestellt. In den sechs Wochen dauernden Sommerferien sind sie arbeitslos.

Laut Ministerium ist hingegen noch nicht genau zu sagen, wieviele dieser angehenden Lehrkräfte tatsächlich übernommen würden. Das Einstellungsverfahren laufe noch bis 30. September.

Für die Gewerkschaft ist die Situation auch ein Standortnachteil im Kampf um fähiges Personal. "Angesichts dieser Bedingungen kann ich aber jede Person verstehen, die von Ulm nach Neu-Ulm wechselt, weil auf der anderen Seite der Donau die Sommerferien bezahlt werden", sagte Stein. Nach Angaben der Gewerkschaft gehören im Nachbarbundesland die Sommerferien mit zum Referendariat.

GEW nennt Verfahren "unwürdiges Verhalten"

Das Land sei der einzige Arbeitgeber, der gut qualifiziertes Personal nach etwa sieben Jahren Studium und Ausbildung in die Arbeitslosigkeit schicke, sagte Stein. "Die grün-schwarze Landesregierung zeigt sich mit diesem unwürdigen Verhalten erneut als Arbeitgeber, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat."

Die grün-schwarze Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Bezahlung über die Sommerferien prüfen zu wollen. Damit soll dem Vertrag zufolge der Lehrerberuf im Land attraktiver werden. Kultusminister Andreas Jung (CDU) habe wiederholt erklärt, sich für eine Lösung einsetzen zu wollen, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Thematik sei in die laufenden Haushaltsverhandlungen eingebracht worden.

Quelle: dpa

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