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BayernBayerische Metallindustrie: Lage stabil - Ausblick eher trüb

20.12.2022, 12:03 Uhr
Bertram-Brossardt-Hauptgeschaeftsfuehrer-spricht
(Foto: Tobias Hase/dpa/Archivbild)

München (dpa/lby) - Die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist mit ihren Geschäften zufrieden, schaut aber den kommenden Monaten mit Sorge entgegen. Jedes zweite Unternehmen bewerte seine aktuelle Geschäftslage als gut, teilten ihre Verbände am Dienstag in München mit. Der Materialmangel beginne sich langsam zu entspannen. Allerdings "sehen wir für das nächste Jahr Auftragsrückgänge und zunehmende Auftragsstornierungen", und "der Arbeits- und Fachkräftemangel wird zunehmend zum Wachstumshemmnis", sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

"Die Produktion wird im Jahresdurchschnitt 2022 um drei Prozent unter dem Vorjahr liegen", sagte er. "Die Produktionspläne sind stabil. Im Jahresdurchschnitt 2023 wird die Produktion auf dem Niveau von 2022 liegen."

Die Ertragslage der Unternehmen habe sich seit dem Sommer verbessert. Während 15 Prozent mit Verlusten oder einer schwarzen Null rechnen, "gehen 59 Prozent der Unternehmen von einer Nettoumsatzrendite von über vier Prozent aus. Das lässt etwas Spielraum, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im kommenden Jahr verschlechtern sollten", sagte Brossardt.

Hohe Kosten, die unsichere Energieversorgung und die sich abkühlende Weltkonjunktur belasteten die Unternehmen. Kernproblem bleibe nach einer Verbandsumfrage der Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. "Praktisch alle haben mit verspäteten Lieferungen zu kämpfen." Nur 28 Prozent der Firmen wollen ihre Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen.

Im laufenden Jahr habe die bayerische Metall- und Elektroindustrie etwa 15.000 neue Stellen geschaffen. Im kommenden Jahr dürfte die Zahl der Beschäftigten um weitere 10.000 auf dann 872.000 steigen. "Das liegt nur noch knapp unter dem Höchststand vom Herbst 2018", sagte Brossardt und begrüßte die per Gesetz erleichterte Zuwanderung von Fachkräften.

Quelle: dpa

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