BayernErinnerung an Wohnorte von Holocaust-Opfer am Bauministerium
München (dpa/lby) - Am bayerischen Bauministerium in München wird nun mit Erinnerungszeichen fünf Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Berta Konn, Charlotte Carney, Hermann Marx, Amalie Spitzauer und Emma Wallach hatten früher auf dem Areal gewohnt, auf dem heute das Ministerium steht. "Wir können heute das unvorstellbare Leid von damals nicht mehr gut machen, aber wir können die Erinnerung an die Opfer wachhalten und ihnen ihre Namen und ihre Gesichter zurückgeben", sagte Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Dienstag in München laut Mitteilung.
Eine der früheren Bewohnerinnen war die Lehrerin Charlotte Carney. Wegen ihrer jüdischen Herkunft habe sie Berufsverbot erhalten und sei 1941 zum Auszug gezwungen worden. Im März 1943 sei sie nach Auschwitz deportiert und wenig später auch ermordet worden. Die Dentistin Amalia Spitzauer wurde nach Angaben des Ministeriums am 20. November 1941 mit fast 1000 anderen Jüdinnen und Juden aus München ins Konzentrationslager in Kaunas deportiert. Dort sei die 62-Jährige fünf Tage später erschossen worden.
In München werden diese Erinnerungszeichen seit 2018 angebracht. Darauf befinden sich neben den Lebensdaten auch kurze Informationen zum Schicksal der Opfer. Anders als in anderen Städten gibt es hier auf öffentlichem Grund keine Stolpersteine. Die Gegner dieser Steine im Straßenpflaster sehen die Würde der Opfer dadurch in den Schmutz gezogen und mit Füßen getreten. Der Stadtrat entschloss sich schließlich für die Erinnerungszeichen in Form von Stelen und Tafeln.
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