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Bayern Fasching: Gaudiwürmer, tanzende Marktfrauen und Pestgedenken

Funkenmariechen ziehen im Faschingszug durch die Stadt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

München (dpa/lby) - Kurz vor Beginn der Fastenzeit wird in Bayern am Faschingsdienstag noch einmal kräftig gefeiert. Vielerorts sind bunt verkleidete Narren unterwegs, oft begleitet von geschmückten Umzugswagen. Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm) etwa erwartet ab 10.00 Uhr viele Masken- und Musikgruppen, die als Gaudiwurm durch die schwäbische Stadt ziehen. Kostümierte Besucher, Spielmanns- und Fanfarenzüge werden in Gundelfingen erwartet.

Eine berühmte Tradition in München ist der Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt, mit anschließendem Faschingstreiben in der Innenstadt. Eins haben alle Feste gemeinsam: Mit Beginn des Aschermittwoch um Mitternacht ist alles vorbei.

Einen ernsten Hintergrund hat dagegen der "Staufner Fasnatziestag" in Oberstaufen. Ohne Kostüme, dafür in Tracht, ziehen die Bewohner durch die Oberallgäuer Marktgemeinde, hinter einer reich bestickten Fahne. Der Brauch erinnert an das Pestjahr 1635. Mitten im Dreißigjährigen Krieg starben mehr als 700 Menschen. Der damals regierende Graf stiftete die Fahne und organisierte den Umzug mit Trommlern und Blasmusik, um den Überlebenden Mut zum machen. Maskiert ist an diesem Tag nur der Butz. Im Narrenkostüm führt er den Zug an und kehrt mit einem Besen symbolisch die Pest davon. Beim Glockenläuten zum Abendgebet um 18.00 Uhr bricht er auf dem Kirchplatz zusammen - tot.

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