BayernFrauen gesucht, um Töchter zu missbrauchen? Mann vor Gericht

Ein Mann aus Mittelfranken soll gezielt Kontakt zu aus Asien stammenden Müttern gesucht haben. Das mutmaßliche Ziel: ihre Töchter sexuell zu missbrauchen. Jetzt steht er vor Gericht.
Nürnberg (dpa/lby) - Wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs an Töchtern gezielt ausgesuchter Partnerinnen steht ein Mann in Nürnberg vor Gericht. Die Anklageschrift, die darüber hinaus auch Vorwürfe zu Abbildungen sexuellen Kindesmissbrauchs umfasst, sei zu Prozessbeginn verlesen worden, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Weitere Angaben zur Verhandlung konnte sie nicht machen.
Der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zufolge soll der 55-Jährige aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim gezielt Kontakt zu "alleinerziehenden, vorzugsweise asiatisch-stämmigen Müttern mit Töchtern unter 14 Jahren" gesucht haben, um die Mädchen zu missbrauchen – wenn deren Mütter abwesend waren.
Ermittler fanden Tausende Missbrauchsabbildungen
Dabei soll er über 17 Jahre seine vaterähnliche Beziehung ausgenutzt haben, um die insgesamt sechs Mädchen sexuell zu missbrauchen sowie Fotos und Videos von den Taten zu machen. Insgesamt soll der 55-Jährige mehrere Tausend Dateien mit Missbrauchsabbildungen besessen haben.
Die Kinder – vier von ihnen sind laut Gericht Schwestern – hätten die Taten entweder im Schlaf nicht bemerkt oder als normal empfunden, weil die Übergriffe Teil ihres Alltags gewesen seien, heißt es in der Anklage. Im Zweifel habe der Mann die Mädchen überredet oder ihnen Gewalt angedroht.
Für den Prozess war am Landgericht zunächst nur ein weiterer Verhandlungstermin am Freitag geplant. Dann könnte auch ein Urteil in dem Verfahren fallen.