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Hamburg & Schleswig-HolsteinMadsen: Wiedereinführung von "Missunde II" keine Möglichkeit

03.06.2026, 12:57 Uhr
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Während die Schleifähre "Missunde III" wieder stillsteht, schließt Minister Madsen eine Rückkehr der alten Fähre aus. Der FDP-Abgeordnete Buchholz bringt derweil noch eine weitere Option ins Spiel.

Kiel (dpa/lno) - Angesichts des erneuten Ausfalls der Schleifähre "Missunde III" sei eine Wiederaufnahme des Verkehres durch ihren Vorgänger für den schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister keine Option. "Viele wollten für diese Region eine moderne neue Fähre haben und am Ende ist dann eine Bestellung ausgelöst worden", sagte Claus Ruhe Madsen (CDU) im Wirtschaftsausschuss im Landtag in Kiel. Zudem gebe es für die alte Schleifähre "Missunde II" ein Fährzeugnis immer nur quartalsweise.

Er könne zwar verstehen, dass in der Region Stimmen nach einer Rückkehr der "Missunde II" riefen. Doch auch dieses Schiff brauche Reparaturen und habe auch in der Vergangenheit immer wieder Pannen gehabt. Zudem garantierten entsprechende Reparaturmaßnahmen nicht, dass das Schiff ein Fährzeugnis bekomme. Ebenso müssten auch die Rampen zurückgebaut werden. All das, so Madsen, würde dazu führen, dass es dann im Sommer keine Fährverbindung zwischen Kosel-Missunde und Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) gäbe. "Die Chance, die wir im Moment haben, ist, dass wir die "Missunde III" zum Laufen bekommen", betonte er.

Die "Missunde III" pendelt seit Ende April zwischen Brodersby und Kosel-Missunde – zwei Jahre später als geplant. Die Solarfähre startete verspätet, weil sie und die Anleger umgebaut werden mussten. Seit Ende Mai ist der Antriebsriemen defekt und wird derzeit ersetzt, teilte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein mit.

Schleifähre wird vor Ort repariert

Angesichts der Pannen der "Missunde III" hat der Pächter der Fährverbindung laut den "Kieler Nachrichten" angekündigt, den Vertrag zu kündigen. Wie Wirtschaftsminister Madsen im Ausschuss sagte, sei die angekündigte Kündigung noch nicht eingegangen. "Sollte der Fährbetreiber daran festhalten und tatsächlich eine Kündigung aussprechen, werden wir natürlich den Fährbetrieb ausschreiben und uns um einen neuen Betreiber kümmern", erklärte er.

Die Schleifähre "Missunde III" soll laut dem Minister voraussichtlich am 15. oder 16. Juni den Betrieb wieder aufnehmen. Der Minister rechnet damit, dass die Fähre dann länger im Einsatz bleibt. Treten erneut Probleme auf, will man auch diese zügig lösen.

Reaktionen der Opposition

Der FDP-Abgeordnete und frühere Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte im Wirtschaftsausschuss, für die Schleifähre gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder werde die aktuelle Fähre "Missunde III" repariert, oder – falls sie sich nicht dauerhaft einsetzen lasse – müsse ein Neubau erfolgen. "Die "Missunde III" ist nicht nur überdimensioniert, sondern sie ist für den Fährbetrieb an dieser Stelle aus meiner Sicht eine Fehlkonstruktion", fügte Buchholz hinzu. Bei weiteren gravierenden Problemen sprach er sich für eine kleinere, besser geeignete Fähre aus.

Für die SSW-Abgeordnete Sybilla Nitsch fehlt ein belastbarer Plan, falls auch der erneute Reparaturversuch scheitere. "Natürlich kann niemand garantieren, dass eine Fähre nie wieder ausfällt", sagte sie. Doch wenn das Vertrauen in die "Missunde III" verloren gegangen sei, reiche es nicht mehr, nur auf die nächste technische Lösung zu verweisen.

Die SPD-Abgeordnete Birte Pauls äußerte zudem Zweifel, ob sich nach einer Kündigung des aktuellen Betreibers überhaupt ein neuer finden ließe. Sollte der jetzige Betreiber erklären, der Betrieb lohne sich nicht und sei nicht finanzierbar, könne sie sich kaum vorstellen, dass jemand anderes einspringt. Sie brachte zudem einen Ausgleich für Einnahmeverluste ins Gespräch.

Quelle: dpa

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