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Bayern Kunstminister Blume fordert Restitutionsgesetz für Raubkunst

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München (dpa/lby) - Die Rückgabe verfolgungsbedingt geraubter Kulturgüter an die rechtmäßigen Eigentümer sollte nach Ansicht von Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) einheitlich geregelt werden. "Hier ist der Bund in der Pflicht, noch in dieser Legislaturperiode ein Restitutionsgesetz auf den Weg zu bringen", sagte Blume am Donnerstag in München. Die Aufarbeitung des Unrechts während des Nationalsozialismus und der kolonialen Vergangenheit sei schmerzhaft. Aber: "Provenienzforschung ist unsere ethische Verpflichtung."

In Bayern gibt es dafür den Forschungsverbund Provenienzforschung, dem 26 Institutionen angehören wie das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg oder die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Die Forscher prüfen, ob es einen Verdacht auf Raubkunst gibt und versuchen in diesem Falle, die rechtmäßigen Eigentümer zu finden. Bislang geschieht das aufgrund einer rechtlich nicht bindenden Übereinkunft, der Washingtoner Erklärung.

2021 seien durch die Arbeit der Forscher 24 Objekte an die vormaligen Eigentümer oder deren Erben zurückgegeben werden, geht aus dem Tätigkeitsbericht für das vergangene Jahr hervor, darunter Gemälde, Urkunden, Briefe, Bücher und eine Porzellandose.

937 Gegenstände aus bayerischen Museen und Bibliotheken wurden dem Kunstministerium zufolge auf der Internetplattform lostart.de eingetragen. Die Seite ermöglicht es, nach Kulturgut zu recherchieren, das die Nazis geraubt hatten. Aktuell arbeiteten die Institutionen des Verbunds an 48 Projekten zu Raubkunst.

Quelle: dpa

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