BayernModerne "Le nozze di Figaro" feiert Premiere in Staatsoper

München (dpa/lby) - Eine außergewöhnliche Oper im Fetisch-Chic: Mit "Le nozze di Figaro" hat am Montag die neue Spielzeit des Münchner Nationaltheaters begonnen. Die Inszenierung des Lustspiels von Wolfgang Amadeus Mozart setzt die uralte Geschichte um Macht, Liebesdreiecke und Intrigen in ein modernes Sextett mit Lagerhausatmosphäre.
Das Debüt von Evgeny Titov an der Bayerischen Staatsoper war ein Erfolg gefeiert mit tosendem Beifall. Der in Kasachstan geborene Regisseur setzte eine relativ junge Besetzung ein, die mit viel Sinn für Tempo und Situationskomik überzeugte. Unter der musikalischen Leitung des leidenschaftlichen Stefano Montanari triumphierte am Abend die Liebe über Macht und Misstrauen.
Das Volk tanzend in Metzgerkleidern und Tutus verstärkte den Unterton einer Tragikomödie: Denn hinter dem Kichern des Publikums beim Anblick von Sexspielzeugen oder Hopfenfeldern steckten gesellschaftliche Ängste, die sich seit Jahrhunderten abspielten, seien es Frauenrechte oder Klassenkonflikte. Und der Rest? Wie schon der zweifelnde Diener Figaro sang, "den Rest sage ich nicht", lässt sich aber bei den kommenden Aufführungen in München genießen.