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BayernPolizei hat nach Drohbrief an Landrat keine Verdächtigen

12.04.2023, 09:53 Uhr
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(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild)

Miltenberg (dpa/lby) - Gut zwei Wochen nach einem anonymen Brief an den Miltenberger Landrat Jens Marco Scherf (Grüne), Müll vor seinem Haus abzuladen, hat die Polizei bisher keine Verdächtigen ermittelt. "Bisher hat niemand Müll vor das Haus des Landrats gekippt", teilte die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg am Mittwoch mit. "Wir haben noch keine Hinweise erhalten, wer genau hinter dem Schreiben an den Landrat stecken könnte." Ermittelt werde weiter wegen versuchter Nötigung.

Scherf hatte den Brief Ende März an die Polizei übergeben. Der Absender, eine "Aktionsgemeinschaft gegen Verlängerung der Abfuhrzeiten der Restmülltonnen", empörte sich darin über die von Sommer 2024 an geltenden Abholzeiten der Tonnen für Restmüll. Diese hatte der Kreistag im vergangenen Jahr von zwei auf vier Wochen verlängert. Damit sollen nach Angaben einer Sprecherin des Landratsamtes vor allem Kosten gespart werden.

Der Landrat hatte das Schreiben auch auf Facebook veröffentlicht und formuliert, er sehe mit dem Brief "jede Grenze des Tolerierbaren überschritten". Später bedankte er sich auf der Plattform für die "große Unterstützung und den Rückhalt". "Das tut gut und gibt Kraft und gibt mir Zuversicht."

Ob die Polizei seit dem Schreiben vermehrt vor Scherfs Haus kontrolliert, hat sie bisher aus taktischen Gründen nicht verraten.

Nach Erkenntnis des Innenministeriums wurden in Bayern im Jahr 2021 insgesamt 267 Straftaten gegen kommunale Amts- und Mandatsträgerinnen und -träger registriert. Darunter sind Fälle von Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung, aber auch von Nötigung, Bedrohung und Erpressung. Den Landtags-Grünen zufolge hatte sich die Zahl im Vergleich zum Jahr zuvor mehr als verdoppelt.

Quelle: dpa

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