BayernShootingstar aus Pinneberg: Scobel ist Nürnbergs neuer Held

Der 1. FC Nürnberg hat einen neuen Hoffnungsträger. Lockenkopf Piet Scobel trifft bei seinem Startelfdebüt sogar doppelt. Der 20-Jährige kommt aus dem hohen Norden.
Nürnberg (dpa/lby) - Dieser Trainer muss es wissen. "Du kannst bei so einem Jungen nicht verhindern, besser zu werden", lobte der frühere Weltklasse-Stürmer und Fußball-Weltmeister Miroslav Klose seinen neuen Hoffnungsträger Piet Scobel. Klose trainiert seit 2024 den 1. FC Nürnberg, der Traditionsverein schlug den Aufstiegskandidaten SV Elversberg in einem spektakulären Spiel der 2. Fußball-Bundesliga mit 3:2 (0:1) - und gleich zwei Tore bei seinem Startelf-Debüt erzielte der erst 20-jährige Stürmer Scobel.
Eine Besonderheit daran ist: Der Nürnberger Shootingstar kommt aus dem hohen Norden. Geboren in Pinneberg, ausgebildet bei der SV Halstenbek/Rellingen, dem FC St. Pauli, Blau-Weiß 96 Schenefeld und der SG Lieth/Sparrieshoop, wurde Scobel von dem neunmaligen deutschen Meister beim Eimsbütteler TV in der Oberliga Hamburg entdeckt.
Vor einem Jahr noch Oberliga Hamburg
Im Januar 2025 holte der Club den hoch veranlagten Youngster eigentlich für die zweite Mannschaft. An diesem Samstag köpfte er vor 25.369 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion in der Nachspielzeit (90.+3) das 3:2 gegen Elversberg. "Das war eine Achterbahn der Gefühle", meinte Scobel hinterher.
Der Torjubel des Stürmers hat allerdings noch Luft nach oben. "Das war nie so mein Ding. Daran muss ich noch arbeiten", sagte Scobel amüsiert. Nur sehr verhalten feierte er seinen persönlichen Beitrag zu diesem wilden Schlagabtausch.
Zweimal lagen die Nürnberger durch Tore von Tom Zimmerschied (39.) und Jarzinho Malanga (65.) bereits hinten. Zweimal glichen sie durch Julian Justvan (56. Minute) und Scobel (71.) aus. In der Schlussphase verschoss die HSV-Leihgabe Otto Stange (85.) zunächst einen Foulelfmeter für Elversberg, ehe Scobel noch ein zweites Mal zuschlug.
"Ich stehe nicht so gerne im Mittelpunkt"
"Ich stehe nicht so gerne im Mittelpunkt", räumte Scobel ein, nachdem ihn die Nürnberger Fans beim Gang in die Kurve euphorisch gefeiert hatten. "Aber es ist natürlich besonders, das hatte ich so noch nicht in meinem Leben. Es ist ein schönes Gefühl, aber ich genieße es nicht so doll, weil ich nicht so gerne mittendrin stehe."
Auf dem Rasen stand der gebürtige Pinneberger dafür umso häufiger goldrichtig. Am Ende des Spiels zählten die Statistiker bei dem Studenten der Wirtschaftsmathematik satte zwölf Torschüsse.
Die Parallelen zu Klose
Seine Eltern bekamen den denkwürdigen Auftritt nur am heimischen TV mit. Dafür waren Freunde und frühere Trainer Scobels im Stadion. "Er arbeitet, er ist diszipliniert und haut sich im Training rein", lobte Offensivspieler Justvan Nürnbergs neuen Stoßstürmer. "Er ist angekommen in der Liga und macht hoffentlich so weiter."
Seinen Trainer dürfte Scobels Entwicklung ein wenig an die eigene Laufbahn erinnern. Auch Klose spielte lange bei der SG Blaubach-Diedelkopf und den Amateuren des FC Homburg, ehe seine Weltkarriere begann. Scobel habe einen "brutalen Kopfball" und könne sowohl mit Links als auch Rechts schießen, sagte der Weltmeister. "Piet hat ein fantastisches Spiel gemacht."