Regionalnachrichten

Bayern Urteil im Prozess um tödliche Stöße ins S-Bahngleis erwartet

Die Statue Justizia. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild

(Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild)

Zwei Jugendliche sterben, als sie nach einem Discobesuch vom Bahnsteig vor den Zug geschubst werden. War das ein unglücklicher Zufall - oder Absicht? Anklage und Verteidigung sehen anders als die Nebenklage keine Tötungsabsicht. Das Gericht entscheidet am Mittwoch.

Nürnberg (dpa/lby) - Im Prozess um tödliche Stöße auf ein Nürnberger S-Bahn-Gleis wird heute das Urteil der Jugendkammer am Landgericht Nürnberg-Fürth erwartet. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung sehen bei den beiden zur Tatzeit 17 Jahre alten Angeklagten keine Tötungsabsicht und beantragten eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Die Verteidigung sieht Haftstrafen zur Bewährung als ausreichend an, während die Anklage Haftstrafen von vier Jahren und fünf Monaten für den einen, sowie von drei Jahren und neun Monaten für den anderen Angeklagten fordert. Die Nebenklage im Auftrag der Eltern der Opfer sieht dagegen durchaus Tötungsabsicht und fordert längere Haftstrafen.

Der Prozess findet wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die beiden Männer sollen bei einem Handgemenge auf dem S-Bahnsteig der Haltestelle Frankenstadion im Januar drei etwa gleichaltrige junge Männer ins Gleisbett gestoßen haben. Zwei von ihnen starben, weil just zu der Zeit ein Zug durchfuhr. Die Angeklagten bedauern die Geschehnisse und beteuern, von dem durchfahrenden Zug nichts gewusst zu haben.

Newsticker