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BayernWirtschaft fürchtet höhere Energiepreise und Lieferstörungen

02.03.2026, 12:54 Uhr
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Nach langer Krise fasste die Industrie gerade wieder ein wenig Mut, da folgt die nächste Hiobsbotschaft. Der Iran-Krieg könnte die Lieferketten empfindlich stören und die Energiepreise steigen lassen.

München (dpa/lby) - Der Angriff der USA und Israels auf den Iran wird nach Einschätzung der bayerischen Wirtschaft Folgeschäden für die heimischen Unternehmen nach sich ziehen. Neben einem Anstieg der Öl-, Benzin- und Gaspreise könnte der Krieg erhebliche Auswirkungen auf die Lieferketten von Asien nach Europa haben. Das sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). "Was generell an Auswirkungen auf uns ganz übel sein wird, ist die logistische Frage." Die Golfstaaten seien Umschlagplätze für den Warenverkehr.

Höhere Energiepreise, schlechtere Stimmung

Als zweiten Faktor nannte Brossardt den erwarteten Anstieg der Öl- und Benzinpreise. "Ich gehe davon aus, dass diese sogar etwas sprunghaft steigen werden." Und als dritte wahrscheinliche Folge zählte der vbw-Hauptgeschäftsführer die erwarteten Auswirkungen auf die Stimmung in den Unternehmen auf. "Gerade wenn man so sieht, manche Dinge beginnen wieder zu laufen, dann ist das ein Rückschlag."

Je länger der Krieg dauert, desto schädlicher für die deutsche Wirtschaft

Wie groß die Auswirkungen auf die deutsche Wirtshaft letztlich sein werden, hängt nach Einschätzung des Basler Prognos-Instituts hauptsächlöich von der Dauer des Kriegs ab. "Wenn in der nächsten Woche da wieder alles offen ist, dann wird sich das wahrscheinlich sehr schnell entspannen", sagte Prognos-Energiefachmann Sven Kreidelmeyer bei der vbw-Pressekonferenz. "Aber wenn das natürlich jetzt über Wochen anhält, dann wird es kritisch." Der Ökonom sieht zwar nicht die Versorgung Deutschlands mit Öl und Gas und Gefahr, geht aber ebenfalls von einem je nach Dauer des Kriegs starken Preiseffekt aus.

Quelle: dpa

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