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BayernZirkus-Volley und viel Kampf: Zverev müht sich in München

14.04.2026, 18:12 Uhr
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Topfavorit Zverev hat beim ATP-Turnier in München zum Start erhebliche Mühe, bis er seinen Gegner niederringt. Nun geht es gegen einen Kanadier.

München (dpa/lby) - Nachdem Alexander Zverev mit einem zirkusreifen Volley für die Vorentscheidung gesorgt hatte, ging er leicht in die Knie und brüllte Freude und Erleichterung heraus. Bis auf diesen womöglich spektakulärsten Schlag des Turniers war es für den deutschen Tennis-Star zum Auftakt der BMW Open in München aber mehr Kampf als Glanz. Der Topfavorit rang den Serben Miomir Kecmanovic mit 6:3, 3:6, 7:6 (7:2) nieder und erreichte die zweite Runde. "Ich habe gewonnen, das ist die absolute Hauptsache", sagte er.

Das kühle Wetter in der bayerischen Landeshauptstadt hätte den 28-Jährigen beinahe den Erstrunden-Flop eingebrockt - schon in den vergangenen Jahren erlebte Zverev bei solchen Bedingungen Enttäuschungen. Diesmal baute er nach einem souveränen ersten Satz rapide ab. "Schlechter als im zweiten und dritten Satz hoffe ich, dass ich nicht spielen kann", resümierte Zverev. Er trifft nun im Achtelfinale des Sandplatzturniers auf den Kanadier Gabriel Diallo.

Zverev zu famosem Volley: "Einfach nur eine Reaktion"

Kecmanovic habe wie eine Wand gespielt und alle Bälle zurückgebracht, analysierte Zverev. Bei den niedrigen Temperaturen sei es schwierig gewesen, Gewinnschläge zu spielen. "Am Ende habe ich gewonnen, das ist das Wichtigste", sagte er.

Und sein spektakulärer Volley durch die Beine im Tiebreak zur 5:1-Führung? "Das war einfach nur eine Reaktion", schilderte Zverev. Kecmanovics Passierschlag war zuvor an die Netzkante geprallt. "Das war kein Showschlag, sondern der einzige Weg, wie ich ihn zurückbringen konnte", räumte Zverev ein, der sich für den Punkt exzessiv feiern ließ.

Chance auf Rekordsieg in München

Der Hamburger hatte bislang eine gute erste Saisonphase mit Halbfinal-Teilnahmen bei den Australian Open sowie den drei Masters-Turnieren in Indian Wells, Miami und zuletzt Monte-Carlo gezeigt. Auch wenn ihm noch ein Turniersieg in diesem Jahr fehlt, war er selbstbewusst in das ATP-500-Event von München gestartet. Mit einem weiteren Erfolg beim Sandplatzturnier würde er zum alleinigen Rekordsieger der BMW Open aufsteigen.

Zverev hatte in diesem Jahr bislang nur gegen die Branchen-Granden Carlos Alcaraz und Jannik Sinner verloren - sowie überraschend im mexikanischen Badeort Acapulco gegen Kecmanovic. Auf der Anlage am Aumeisterweg verlangte der Serbe dem topgesetzten Zverev erneut alles ab: Nach Startschwierigkeiten und einem verlorenen Aufschlagspiel gelang Zverev sofort das Rebreak; ab dann war er im ersten Satz nicht mehr zu stoppen.

Aus für deutsche Youngster Dedura, Engel und Topo

Im zweiten Satz tauschten die Spieler dann die Rollen: Zverev nahm seinem Kontrahenten früh das Service ab, brach dann aber ein, machte haufenweise Fehler und verlor schließlich den Satz. Im finalen Durchgang gaben sich die zwei keine Blöße bei ihren Aufschlagspielen, sodass der Tiebreak entscheiden musste. Nach 2:18 Stunden war der Sieg dann perfekt. "In den wichtigen Momenten habe ich mein bestes Tennis gezeigt, das ist die Hauptsache", sagte Zverev.

Neben Zverev schaffte es von den deutschen Startern nur noch Daniel Altmaier in die zweite Runde. Der Spieler aus Kempen am Niederrhein schlug Marin Cilic aus Kroatien 6:2, 6:3. Drei deutsche Youngster schieden dagegen aus: Qualifikant Diego Dedura aus Berlin unterlag dem an Nummer vier gesetzten Italiener Fabio Cobolli 4:6, 5:7. Der Nürnberger Justin Engel, der mit einer Wildcard angetreten war, verlor gegen Vit Kopriva aus Tschechien 3:6, 7:5, 2:6. Der Münchner Marko Topo zog gegen Zizou Bergs aus Belgien mit 1:6, 4:6 den Kürzeren.

Quelle: dpa

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