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Berlin & Brandenburg40 Grad und mehr - Brandenburg im Ausnahmezustand

26.06.2026, 16:01 Uhr
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Brandenburg steht vor einem Hitze-Wochenende. Veranstaltungen wurden abgesagt, Kliniken rüsten nach und die Badestellen dürften sich auf einen Ansturm gefasst machen. Ein Überblick.

Potsdam (dpa/bb) - Nach Tagen anhaltend hoher Temperaturen steuert Brandenburg auf ein mögliches Hitzerekord-Wochenende zu. Am Samstag steigen die Temperaturen laut der Vorhersage auf 38 bis 41 Grad. Am Sonntag wird es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) nochmals extrem heiß: Die Temperaturen können erneut bis auf 41 Grad steigen. Am Sonntagnachmittag drohen einzelne Hitzegewitter mit teils stürmischen Böen.

Der DWD hält neue Temperaturrekorde für wahrscheinlich. Der bisherige absolute Rekord für Brandenburg wurde am 19. Juni 2022 in Cottbus mit 38,9 Grad gemessen. Dabei handelte es sich sowohl um den Junirekord als auch um den absoluten Rekord.

Zig Veranstaltungen abgesagt

Angesichts der Hitze wurden vielerorts für das Wochenende geplante Veranstaltungen wegen der Hitze abgesagt. Darunter sind etwa das Sommerfest des Kleist-Museums in Frankfurt (Oder), der Christopher Street Day (CSD) in Bernau und das 25-jährige Jubiläum des Volksparks Potsdam. Auch das städtische Sportangebot "Fit am Schloss" in Oranienburg soll wegen der Hitze nicht stattfinden. Der Sommer-Empfang der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Dom St. Peter und Paul in Brandenburg wurde ebenfalls abgesagt.

Auch wichtige Institutionen der Brandenburger Kultur greifen zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Die preußischen Schlösser schließen am Wochenende bereits um 13.00 Uhr. Es gehe darum, Gefahren für Besucher und Mitarbeiter durch Hitzebelastung abzuwenden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit. "Auch der Fährbetrieb zur Pfaueninsel in Berlin wird jeweils ab 13.00 Uhr eingestellt." Zudem würden alle Veranstaltungen abgesagt.

Badegewässer erwarten Besucheransturm

Die Badestellen rund um Berlin dürften am Wochenende aus allen Nähten platzen. Bereits an vergangenen Sommerwochenenden hatten sich an den Gewässern im Umkreis der Bundeshauptstadt teilweise Hunderte Menschen eingefunden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnte zu gegenseitiger Rücksichtnahme. "Wir werben dafür, dass alle, die am Wasser unterwegs sind, so ein bisschen den Blick für die Mitmenschen haben sollten", sagte ein DLRG-Sprecher.

Waldbrandgefahr nimmt zu

Unterdessen stieg die Waldbrandgefahr in Brandenburg weiter an. Für drei Landkreise galt am Freitag die höchste Gefahrenstufe 5. Wie aus Daten des Agrar- und Umweltministeriums hervorgeht, sind die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark inklusive der Städte Potsdam und Brandenburg/Havel sowie Prignitz betroffen.

Am Freitag brannten mehrere kleinere Waldflächen, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte der Landes. Viele Einsätze der Feuerwehren zogen sich bis in den Nachmittag. Am Donnerstag rückten die Feuerwehren unter anderem im Landkreis Elbe-Elster zu einem größeren Einsatz aus. In einem Wald bei Werder (Havel) waren nach Angaben der Regionalleitstelle rund 4.000 Quadratmeter betroffen.

Kliniken sind gewarnt

Besonders gefährlich ist Hitze für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. Dazu gehören oft auch Patienten in Krankenhäusern. In Cottbus kämen schon jetzt mehr Menschen, vor allem ältere, mit Symptomen, die auf zu wenig Flüssigkeitszufuhr hindeuteten, hieß es von der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem. "Wir rechnen mit einem Anstieg in den nächsten Tagen", meinte Matthias Fehr, kommissarischer Chefarzt der Zentralen Notaufnahme.

Ähnlich sieht es am Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann aus. "In den letzten Jahren haben wir in der Zentralen Notaufnahme beobachtet, dass sich der Klimawandel mit immer heißeren und trockeneren Sommern auf unsere insbesondere älteren Patientinnen und Patienten auswirkt", so Michael Oppert, Chefarzt des Zentrums für Notfall- und Intensivmedizin. Es komme zu mehr Ohnmachten, Hitzeschlägen, Kreislaufproblemen und Flüssigkeitsmangel.

Auch die Infrastruktur ächzt

Auch auf den Straßen und Schienen des Landes herrscht Ausnahmezustand: Von Hitzeschäden waren am Freitag in Brandenburg unter anderem die A2, A10, A11, A13 und A15 betroffen. Die Autobahnmeistereien arbeiten mit Hochdruck an der Reparatur der betroffenen Stellen. "Sogenannte "Blow-ups" treten bei Betonfahrbahnen auf. Insbesondere bei älteren, stark belasteten und schon mehrmals reparierten Autobahnabschnitten aus Beton kann dies der Fall sein", erklärte ein Sprecher der Autobahn GmbH.

Durch sogenannte Entlastungsschnitte werde die Gefahr von Hitzeschäden weitestgehend gebannt. Zudem werden für gefährdete Strecken Geschwindigkeitsbegrenzungen erlassen.

Quelle: dpa

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